Neuhermsheim:
Johann-Peter-Hebel-Schüler präsentieren beim Schulfest Mode im künstlerischen Gewand
Geometrie entwickelt Anziehungskraft
Von unserer Mitarbeiterin Bettina Henkelmann
Auf den Spuren von Piet Mondrian und Oskar Schlemmer folgten die Johann-Peter-Hebel-Schüler den strengen Zeichen der Kunst.
© bh
Mathematik in ihrer ganzen Vielfalt präsentieren die rund 300 Grundschüler der Johann-Peter-Hebel-Schule Neuostheim und Neuhermsheim beim Schulfest, das dieses Mal in Neuhermsheim stattfindet. Zuvor hatten sich die Eleven klassenübergreifend eine ganze Projekt-Woche lang mit Zahlen, Formen und Körpern befasst. Und das mit Erfolg, denn die Ergebnisse können sich sehen lassen und entlocken den anwesenden Eltern und Großeltern viele "Aahs" und "Oohs."
Ob Zahlen- und Buchstabenolympiade, zauberhafte Mathematik, optische Täuschung, geometrische Würfel oder Geobrett: der Themenauswahl war keine Grenze gesetzt. Da ist das Modell einer ganzen Stadt, das sofort die Blicke der Besucher auf sich zieht. Aus geometrischen Körpern gebastelt, haben die Kinder an alles, was es in ihrer "Traumstadt" geben sollte, gedacht: Häuser, Geschäfte, Lebensmittelmärkte, Parkhaus und Flughafen. Einem großen Part ist das Thema Kunst und Mathematik gewidmet. In der bildenden Kunst gibt es zahlreiche Stile und Strömungen, die sich mit mathematischen Formeln und Formen auseinandersetzen und die in die Werke der Künstler eingeflossen sind. So schuf der Maler Piet Mondrian (1872 - 1944) in den 1920-er Jahren streng geometrische Gemälde mit Farbflächen in Rot, Gelb, Blau, Weiß und Schwarz. Die Schüler einer Projektgruppe nahmen sich an dem Künstler ein Beispiel und versuchten es ihm gleichzutun, einmal ganz ordentlich und dann "als Chaos", wobei sie mit den Farben ganz nach Gusto experimentieren konnten.
"Den Kindern war zuvor gar nicht bewusst, was man mit Mathematik alles machen kann", berichtet Stephanie Beck, Konrektorin der Schule, die durch die Räume führt. Ausprobieren durfte sich auch eine andere Gruppe, die sich den Bauhauskünstler Oskar Schlemmer (1888 - 1943), der in seinen Werken vornehmlich die Stellung der menschlichen Figur im Raum behandelte, zum Vorbild nahm. Seinem "Triadisches Ballett" entspringen die Figurinen der kleinen Künstler. "Wir haben zuerst anatomische Modelle aus schwarzem Tonpapier ausgeschnitten und dann probiert, wie man sie mit geometrischen Körpern anziehen kann", erklärt Lehrerin Dagmar Engert. Aus den Modellen wurden richtige Kostüme, die die beteiligten Schüler bei einer Modenschau auf dem Laufsteg vorführen. Ganz entzückend sehen sie aus, wie die elfjährige Felizia mit ihrem quadratischen Rock, dem kreisförmigen Oberteil und dem dreieckigen Hut. Für sie und die anderen Mannequins und männlichen Models gibt es viel Applaus.
Beifall ernten auch die Sänger des Schulchores für ihre Darbietungen, mit denen sie jüngst schon bei der "Explore Science" im Luisenpark begeisterten. Aber es sind nicht nur die Schüler, sondernauch die beiden Horte mit ihren Angeboten und die Eltern, die viele selbstgebackene Kuchen für das leibliche Wohl zu Verfügung stellen, und so zu einem gelungenen Schulfest beitragen.
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