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Östliche Unterstadt: Kabarettist Einhart Klucke lästert im Kulturtreff TT2

Spaßiger Rückblick nach 50 Bühnenjahren

Von unserer Mitarbeiterin Sylvia Osthues

Einhart Klucke lästert was das Zeug hält im voll besetzten Kulturtreff in der östlichen Innenstadt.

© ost

Realitätsnahen Sarkasmus präsentierte Kabarettist Einhart Klucke im gut gefüllten Kulturtreff in der östlichen Unterstadt. Seit einem halben Jahr bietet der Kulturtreff in den Quadraten die unterschiedlichsten Arten von Unterhaltung und gemeinsamen Aktionen an: von Musikvorträgen über Ausstellungen bis hin zu Lesungen, aber auch Computerkurse für Senioren, gemeinsames Stricken oder freies Singen. "Der Kulturtreff soll ein Anlaufpunkt sein für die Bewohner der Innenstadt, wo es bisher keinen solchen Treffpunkt gab", sagte Vorstandssprecher Karlheinz Paskuda.

Ohne Gage für den Treff

Ein Jahr lang stehen dem Verein die Räume in T2, 16 mietfrei zur Verfügung. Nur die Energiekosten in Höhe von 300 Euro müssen aufgebracht werden. Deshalb trat Kabarettist Klucke auch ohne Gage auf. Einhart Klucke verabschiedet sich zugleich: Der Ex-Gewerkschaftssekretär, Ex-Fußballer, Ex-Taxifahrer und Ex-Lehrer will nun Ex-Kabarettist werden. Nach 50 Jahren Bühnenpräsenz und 50 Lästermauljahren zieht sich Klucke im 70. Lebensjahr von den Brettern zurück.

Sein letztes Soloprogramm heißt daher auch "Abschied vom Lästern - Ein Kabarettist fordert sich heraus". Dabei ließ Einhart Klucke das zurückliegenden halbe Jahrhundert auf seine Weise Revue passieren. Lästern ist seine Leidenschaft, und jeder bekam sein Fett weg. Egal ob Donald Trump, Angela Merkel oder Kluckes Bankberater.

Der Kabarettist rappelte kräftig an dem, was die vergangenen 50 Jahre hervorgebracht haben: ob APO-Zeit, Dosenpfand, Online-Shopping, Waffenhandel, Klimawandel oder rechter Populismus und Flüchtlingskrise - Klucke wechselte blitzschnell von einem Thema zum nächsten. Im Sekundentakt prasselten die geistreichen Einfälle auf die Zuschauer nieder. Das geschah stets mit dem größten Sinn für die Effektivität der Pointen.

In seiner skurrilen Aufmachung, T-Shirt mit Aufdruck "Braucht es mich?" und Hornbrille, wirkte der Kabarettist als gutmütiger Spaßvogel. Doch wenn Klucke einmal loslegt, ist er nicht mehr zu stoppen. Respektlos feuerte er seine Kritik auf die Gesellschaft und insbesondere die Politik ab. Mit Gesangseinlagen zum Thema "permanentes Plebiszit" im Samba-Rhythmus seines Keyboards bot der 70-Jährige eine "One-Man-Stammtisch-Schau" erster Güte.

Es schien so, als wolle er gar nicht aufhören zu erzählen. So glich sein mit scharfem Intellekt und karikierender Mimik dargebotener Rückblick einem Kabarett-Marathon: Über zwei Stunden spottete und lästerte Einhart Klucke - und er hätte sicher noch viel mehr zu sagen. Doch Klucke feiert ja seinen "Abschied vom Lästern", obwohl er total überzeugt ist: "Die Zukunft wird genauso bescheuert, da können wir sicher sein."

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 15.03.2017

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