Mit der Friedrich-Ebert-Schule soll eine der größten Werkrealschulen Mannheims geschlossen werden. Das ist das Eine - das Formale. Ein fester Bezugspunkt für viele Jugendlichen auf dem Waldhof fällt dadurch ersatzlos weg. Das ist das Andere - das Schmerzhafte.
Die Stadt begründet ihr Vorhaben mit dem erheblichen Investitionsbedarf an der Friedrich-Ebert-Schule. Millionenbeträge in eine Schule zu investieren, die in ein paar Jahren kaum noch Schüler hat, wäre natürlich falsch und würde zu Recht jeden Steuerzahler erzürnen.
Doch die Anmeldezahlen auf dem Waldhof sind stabil. Den allgemeinen Trend, dass es weniger Anmeldungen an Werkrealschulen gibt, auf die Friedrich-Ebert-Schule zu übertragen, ist einfach ungerecht. Die Stadt vernachlässigt dabei außerdem die besonderen Begebenheiten auf dem Waldhof. Der Bedarf an einer Werkrealschule wird aufgrund der Bevölkerungsstruktur auch in Zukunft vorhanden sein. Doch die Schüler müssten dann in die Nachbarstadtteile fahren.
Ob Schüler deshalb wirklich nicht mehr zur Schule gehen, lässt sich schwer vorhersagen. Sicher ist aber, dass nur eine Schule, die fest im Stadtteil verwurzelt ist, ein Gespür für die Probleme der Jugendlichen haben kann. Die sozialpädagogische Aufgabe der Friedrich-Ebert-Schule wird von der Stadt offenbar unterschätzt. Der Wegfall der Werkrealschule würde diesbezüglich eine große Lücke hinterlassen.
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