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Lindenhof: Bezirksbeirat diskutiert Belastung des Stadtteils / Beschwerden wegen zu geringer Höhe der Maschinen

Ärger über Fluglärm

Archiv-Artikel vom Mittwoch, den 01.02.2017

Von unserem Redaktionsmitglied Konstantin Groß

Für Flieger ist der Blick auf den Ortskern des Lindenhofs (links die Johanniskirche) reizvoll, der Lärm der Maschinen für die Menschen am Boden weniger.

© Sommer

Die Bürger des Lindenhofs werden wohl auch weiterhin nicht ohne Fluglärm leben können. Dies ergab die jüngste öffentliche Sitzung des Bezirksbeirates in diesem Stadtteil. Dessen Vertreter hatten das Problem auf die Tagesordnung gesetzt, weil sie von Bürgern zunehmend darauf angesprochen werden.

Um ihnen Rede und Antwort zu stehen, kam Dirk Eggert in die Lanz-Kapelle. Und als erstes wies der Vertreter der Flugplatz GmbH auf den Umstand hin: "80 Prozent der Lärmbeschwerden betreffen Abflüge vom Flughafen Frankfurt aus." Für den Mannheimer Airport versprach er: "Sie können sicher sein, dass wir alles unternehmen, um die Belastungen auf Mindestmaß zu halten".

Zwischen 6 und 21.30 Uhr hat der Flugplatz Neuostheim aber eine Betriebspflicht: "In dieser Zeit haben wir keinerlei Einfluss auf die Flugbewegungen", betonte Eggert: "Das ist so wie auf der Straße: Wer ein Auto hat, darf fahren. Für uns gilt: Wer fliegen will, kann in dieser Zeit fliegen." Zwischen 21.30 Uhr 6 Uhr dagegen werden Flüge nur genehmigt, wenn sie im öffentlichen Interesse liegen: "Etwa, wenn die Mannschaft der 'Adler' um halb eins aus Bremerhaven kommt", nannte Eggert ein Beispiel, bei dem viele im Publikum die Augen rollten. Verständnis dagegen, als Eggert die Ambulanzflüge für Organ-Transplantationen anführte: Die finden nachts statt, weil dann die Operationssäle frei sind.

Interessant waren die absoluten Zahlen, die Eggert nannte: 2016 gab es zwischen 21 und 24 Uhr 40, zwischen 0 und 6 Uhr 31 Flugbewegungen, 2015 in dieser Zeit 36.

Kost: nur 0,2 Prozent

Verständnis kam von der Mannheimer Liste: "Es gibt 39 000 Flugbewegungen, und wir reden hier von 71", rechnete deren Bezirksbeirat Michael Kost vor: "Das sind 0,2 Prozent. Wenn wir ehrlich sind, dann ist das doch nicht viel. Wir werden 0,0 Prozent nicht erreichen können."

Seine Bezirksbeiratskollegen sahen dies kritischer: "Für die Bürger ist es schwer verständlich", beklagte etwa Wolf Engelen von der FDP, "wenn ein Flugzeug fünf Meter über dem Gipfel der Johanniskirche fliegt, so dass es einen in der Windeckstraße aus den Betten hebt."

Karbstein: Krach wie bei Absturz

"Ich wohne gegenüber der Johanniskirche", bestätigte Ingeborg Dörr (CDU): "Wenn das Flugzeug über dem Balkon fliegt, muss ich ins Zimmer gehen." "In der Rheindammstraße sind die Flieger nachts so laut, dass man denkt: Jetzt stürzt er gleich ins Haus", klagte der Grüne Peter Karbstein.

Von seiner Fraktion kam die grundsätzlichste Kritik: "Das Konzept der Regionalflughäfen ist verfehlt", meinte Patric Liebscher. Gerade angesichts der optimalen Anbindung Mannheims an den ICE sah er dafür keinen Bedarf. "Viele Städte wollen doch nur ihre Bedeutung dadurch unterstreichen, dass es einen Regionalflughafen gibt." Was die Organtransporte nachts angeht, so könnten diese auch über den Flugplatz Speyer abgewickelt werden.

Nein, das gehe nicht, erwiderte Dirk Eggert: "Der Flugplatz Speyer verfügt über keinen Instrumentenanflug", begründete er. Auch die grundsätzliche Kritik des Grünen wies Eggert zurück: "Auch Ihre Parteikollegen nutzen die Linie jede Woche", meinte er süffisant. Und was die Wirtschaftlichkeit angeht: "Wie viel Gewinn macht die Kurpfalzbrücke? Das ist genauso ein Element der Verkehrsinfrastruktur wie der Flugplatz, und da fragt keiner nach der Wirtschaftlichkeit."

Mochte in der Runde für die Organflüge noch Verständnis herrschen, so galt dies für eine andere Nutzung des Flugplatzes nicht: "Was ist mit den Erste-Weltkrieg-Maschinen, die Rundflüge über der Stadt machen?", fragte ein Bürger erregt.

"Diese Rundflüge können nicht verboten werden", bekannte Eggert: "Die einzige Möglichkeit, sie zu steuern, sind Gebühren." Daher werde für derartige Flüge bereits jetzt drei Mal so hohe Gebühr erhoben. Was er den Bürgern jedoch in Aussicht stellen konnte, war, weiter auf verträglichere Flugkurven hinzuwirken.

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 01.02.2017

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