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Lindenhof: Bewohner aus dem Glückstein-Quartier protestieren und verlangen mehr Aufklärung

Baumfällaktionen verärgern Anwohner

Archiv-Artikel vom Mittwoch, den 15.02.2017

Von unserer Mitarbeiterin Sylvia Osthues

Sind in Sorge um den alten Baumbestand auf dem Lindenhof: Bürger und Stadträtinnen der Grünen vor Ort im Gespräch.

©  Ost

Immer mehr Anwohner auf dem Lindenhof sind verärgert über die Abholzungen im Neubaugebiet südlich des Mannheimer Hauptbahnhofes zwischen Victoria-Turm und Neckarauer Übergang. Im Gespräch vor Ort mit den Stadträtinnen von Bündnis 90/Die Grünen, Gabriele Baier und Nuran Tayanc, berichteten Bernhard Welker und seine Mitstreiter über bereits abgeholzte und weitere, von Fällaktionen bedrohte, alte Bäume im Glückstein-Quartier. Die Bürger hätten sich auch mehr Informationen im Vorfeld gewünscht.

"Durch die Bebauung des Glückstein-Quartiers soll der ganze alte Baumbestand verschwinden", bemängelte Welker. Es seien mittlerweile bereits 17 der alten Bäume abgesägt worden, beispielsweise sieben am letzten Gebäude von Mafinex. "Weitere 25 Bäume sollen auch noch gefällt werden", so Welker. Davon seien zwei Bäume rund 90 und die übrigen um die 50 Jahre alt.

Zwar blieben die Bäume vor dem Victoria-Turm stehen. Doch die Bürger kämpfen jetzt auch für den Erhalt der elf Bäume am Rande der Baugrube für die Tiefgarage an der Glücksteinallee sowie die sieben Ahornbäume am Ausgang Lindenhof, die weichen sollen, weil die Bundesstraße wegen des Ausgangs Bahnhoftunnel weiter in Richtung alte Feuerwache-Mitte gezogen werden soll.

Glückstein-Quartier

Das Glückstein-Quartier ist ein neues Stadtquartier südlich des Mannheimer Hauptbahnhofes im Stadtteil Lindenhof zwischenVictoria-Turm und Neckarauer Übergang.

Es wurde nach dem Pfälzer Mundartdichter Hanns Glückstein benannt, der am 10. Mai 1888 in Völklingen geboren wurde und am 19. Mai 1931 in Ludwigshafen verstorben ist.

Auf dem 33 Hektar großen ehemaligen Gleis- und Betriebsflächen der DB Bahn und einem früheren Industriegelände entsteht ein neues Stadtquartier mit Bürogebäuden, Wissenschaftseinrichtungen, hochwertigen Wohnungen, einem Hotel und einer öffentlichen Grünfläche.

Rund 100 000 Quadratmeter sind als Baugrundstücke vorgesehen, hauptsächlich entlang der Glücksteinallee. Das neue Stadtquartier soll im Endausbau Raum für rund 4600 Arbeitsplätze und 1500 Einwohner bieten. ost

Es formiert sich jedoch langsam Protest. An den Bauzaun und die Bäume haben die Bürger bereits Zettel und Transparente gehängt: "Dieser Baum darf nicht sterben (gefällt werden)!" "Das bisschen Grün, das Mannheim noch hat, sägen sie jetzt auch noch ab", schimpften die Bürger. Das sei schließlich ihr Lebensraum.

Oft ist es zu spät, um zu reagieren

"Es geht doch nicht an, dass in Mannheim immer mehr Bäume gefällt und immer mehr Flächen versiegelt werden und die Natur vernichtet wird", meinte Johannes Walter. Die alten Bäume seien als Sauerstoffproduzenten für die Luftqualität in Mannheim enorm wichtig. Deshalb sollte sich die Stadt mal Gedanken darüber machen, wie sie eine gewachsene Natur in die Bauprojekte einbeziehen kann. Ihnen sei durchaus bewusst, dass eine Wohnbebauung notwendig ist. Aber hier würden größtenteils neue Büros gebaut. Bei den Büroflächen aber hätte er große Zweifel, ob die überhaupt notwendig sind.

"Wir werden auch an anderen Stellen in der Stadt immer wieder vor vollendete Tatsachen gestellt und nicht im Vorfeld über die Abholzungen informiert, so dass es oft zu spät ist, um zu reagieren", schimpfte Doris Franko-Gützlaff. Dazu erklärte Stadträtin Baier: "Bei uns rennen sie offene Türen ein." Die Grünen hätten den Bebauungsplan abgelehnt, weil das städtische Gelände immer dichter mit Wohnungen, Büros und Tiefgaragen bebaut werde. Dies sei ein Problem der Stadtentwicklung. Es hänge alles zusammen, Wohnen und Mobiliät. Man müsse weiter denken. Pro Wohneinheit sei ein Stellplatz vorgesehen, was relativ hoch sei. In der neuen Landesbauordnung sei dies weiter gefasst. Danach wäre es auch hier möglich gewesen, die Zahl der Stellplätze zu reduzieren. Diese Chance habe die Stadt vertan.

Weil die Tiefgarage über das Gebäude darüber hinaus rage, sei dort nach Ansicht von Baier auch keine Baumneuanpflanzung möglich: "Gerade in der Innenstadt, wo kein Platz mehr ist, einen Baum zu pflanzen, ist es dramatisch." Deshalb sei es wichtig, dass sich die Bürger wehren: "Und auch die anderen Parteien, die Bürgermeister und die Verwaltung darauf hinweisen, dass sich hier in zunehmendem Maße die Wohnqualität verschlechtert.

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 15.02.2017

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