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Neckarau: Hubert Güthlein, „Vater“ des Heimatmuseums, verstarb in seinem 90. Lebensjahr

Bescheiden und unersetzlich

Von unserem Redaktionsmitglied Konstantin Groß

Hubert Güthlein (hier in den 1990er Jah-ren), wie er in Erinnerung bleibt.

© -tin

Er hat nie ein hohes Amt innegehabt, und trotzdem ist er einer der verdientesten Neckarauer. Den Verein Geschichte Alt-Neckarau hat er 1983 mit ins Leben gerufen und jahrzehntelang geprägt, dessen Heimatmuseum in dieser Zeit ehrenamtlich geführt: Jetzt ist Hubert Güthlein in seinem 90. Lebensjahr verstorben.

1927 geboren, gehörte Güthlein zu jener Generation in unserem Lande, für die Geschichte stets mehr war als abstraktes Studienfeld, vielmehr hautnah erlebte Erfahrung, nicht selten leidvolle. Zum Schlüsselerlebnis wurde für den gelernten Drogisten der Zweite Weltkrieg, der ihn wie seine gesamte Generation um eine unbeschwerte Jugend betrog.

Vom Zweiten Weltkrieg geprägt

Mit großer Bewegung erzählte er oft, zuletzt bei der "Langen Nacht der Kirchen" 2013, die Geschichte vom Zifferblatt der evangelischen Kirche; in der für Neckarau so schrecklichen Bombennacht vom 10. August 1943 wurde es beschädigt, fiel aber nicht ab, sondern blieb hängen, wenn auch schwer lädiert - ein Symbol. "Und als ich aus dem Krieg nach Neckarau zurückkam, da ging mein erster Blick an den Turm zu diesem Zifferblatt. Und da fühlte ich: Jetzt bin ich wirklich wieder zu Hause."

Der erste Verein, dem sein unerschöpfliches ehrenamtliches Engagement galt, war die 1955 gegründete Narrengilde "Die Pilwe". Viele Jahre sahen ihn die Besucher der Prunksitzungen als Elferrat an der Seite der Präsidenten; die Ernennung zum Ehren-Elferrat und die Auszeichnung mit dem Ehrenstern des Gremiums zeugten von seinem bleibenden Ansehen in diesem Verein.

Bis zuletzt gab er seinem Verein nützliche Hinweise, wenn im Vorfeld der Fasnachtskampagne das Motiv für einen Jahresorden gesucht wurde. Mit kleinen historischen Ausstellungen in der Caféteria der Pilwe-Scheuer bereicherte er lange die Weihnachtsmärkte des Vereins.

Historische Ausstellungen - da sind wir bereits bei jener Betätigung, für die er zweieinhalb Jahrzehnte lang im Vorort bekannt war. Im 1983 von ihm mit gegründeten Verein Geschichte Alt-Neckarau wurde er bald Mitglied des Vorstands - aber nie an vorderster Front, sondern "nur" als Beisitzer, lieber im Hintergrund wirkend. Dutzende von Ausstellungen hat er in den zurückliegenden Jahrzehnten organisiert, sprich: die Exponate selbst herangekarrt und aufgebaut, dekoriert und beschriftet und den Besuchern auch persönlich erläutert. Kirchen und Schulen, das Strandbad und natürlich die Schildkrötpuppen-Fabrik - zu nahezu jedem Bereich des Lebens in Neckarau hatten sein privates Archiv im Haus in der Friedrichstraße sowie das Wissen eines langen Lebens etwas beizusteuern.

Ortsgeschichte als Passion

Viele Arbeiten kamen hinzu: Ob der regelmäßige Flohmarkt-Stand vor dem Heimatmuseum zu besetzen oder der Buchverkauf abzuwickeln waren - Hubert Güthlein war immer zur Stelle. Auch die regelmäßigen Öffnungszeiten des Heimatmuseums jeweils montags wurden von ihm wahrgenommen. "Ohne Hubert könnten wir einpacken", formulierte der damalige Vorsitzende Günter Herbert, als er 2003 Güthleins wahrlich verdiente Auszeichnung zum Ehrenmitglied vornahm.

Zwischen Güthlein und dem bereits 2012 verstorbenen Herbert, diesen beiden starken und dennoch gegensätzlichen Charakteren, war es nie ganz einfach; doch für den Verein zogen sie stets an einem Strang - fast ein wenig symbolisch, dass im März 2007 beide gleichzeitig im Vorstand aufhörten und sich dennoch bis zu ihrem letzten Atemzug für die Heimatgeschichte interessierten.

Die Trauerfeier für Hubert Güthlein findet am kommenden Freitag, 17. März, 12 Uhr, auf dem Friedhof Neckarau statt.

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 15.03.2017

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