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Neckarau: Beim Heringsessen der Pilwe in der Gaststätte Schindkaut zieht Präsident Rolf Braun eine positive Bilanz der diesmal kurzen Narretei

„Wehklagen“ am Ende einer erfolgreichen Kampagne

Archiv-Artikel vom Freitag, den 15.02.2013

Von unserer Mitarbeiterin Jennifer Köhler

Bei der Pilwe verabschiedete Präsident Braun (li.) die Fasnacht.

©  Rittelmann

Und wieder einmal ist am Aschermittwoch "alles vorbei": Kaum zu glauben, dass die in dunkler Abendgarderobe gekleideten Gestalten, die da an den Tischen des Heringsessens der Pilwe saßen, tatsächlich eben jene Narren sind, die in den letzten Wochen farbenfroh kostümiert und gewohnt stimmungsvoll die fünfte Jahreszeit feierten. "Jetzt müssen wir Elfer uns wieder an den Acht-Stunden-Schlaf bei unserer Geliebten zu Hause gewöhnen", bekundete Präsident Rolf Braun vor versammelter Trauergesellschaft in der Gaststätte Schindkaut und wünschte der Fasnacht unter dem Wehklagen der anwesenden Narren Lebewohl. "Das Donnerwetter wird bei sinkendem Alkoholspiegel und klarer werdendem Kopf wohl grausam werden", fürchtete der nun seit 26 Jahren amtierende Präsident der Neckarauer Narrengilde.

Von der feierlichen Eröffnung der Fasnacht über das Rindfleischessen mit Gardevorstellung, dem Ordensempfang und Rathaussturm bis hin zur Pilwe-Nacht war es "eine erfolgreiche Kampagne", resümierte Braun die mit fünf Wochen diesmal sehr kurz ausfallende Fasnachtszeit. Bei allen Veranstaltungen konnte der Neckarauer Verein zumindest eine leichte Umsatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahr aufweisen, und dass dieses Jahr der Preis für den Umzugswagen der Pilwe ausblieb, trübte die positive Gesamtbilanz kaum.

Als ganz besonderen Erfolg können die Narren das 2011 eingeführte Konzept der Pilwe-Nacht verbuchen: Vollständig ausverkauft wie in den Vorjahren motivierte die diesjährige Veranstaltung zu drei spontanen Eintritten in die Narrengilde, und bereits 348 Kartenvorbestellungen liegen dem Verein für das nächste Jahr vor. Die Pilwe-Nacht entstand als Reaktion auf die rückläufigen Besucherzahlen der traditionellen Prunksitzungen: Ein abgespecktes Programm sollte mehr Möglichkeiten zum Tanz schaffen und so die Attraktivität der Veranstaltung erhöhen. "Das rückläufige Interesse an den eigentlichen Prunksitzungen beobachten wir auch bei den anderen Vereinen", erklärte Rolf Braun. Durch das große Angebot an großzügig aufgemachten Sitzungen im TV seien die Leute einfach "satt".

Der Rathausschlüssel allerdings fand an diesem Aschermittwoch noch nicht seinen Weg nach Hause - Bürgerdienstleiterin Patricia Popp konnte der Veranstaltung krankheitsbedingt nicht beiwohnen. Aber die Neckarauer können beruhigt sein, dass die Pilwe-Narren nicht weiter ihr Unwesen im Jakobussaal treiben werden: Im Verein blickt man bereits auf die Planung der anstehenden Sommerveranstaltungen wie dem Sommerfest, dem Vatertag und dem Stadtteilfest.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 15.02.2013

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