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Neckarstadt: Zu Besuch im Alten Klärwerk auf der Friesenheimer Insel

Technik und Kunst vereint

Archiv-Artikel vom Freitag, den 26.08.2016

Von unserer Mitarbeiterin Viola Eigenbrodt

Mannheim besitzt eine ganze Menge kleiner architektonischer Kleinode, die der Öffentlichkeit nahe zu bringen sich der Verein Rhein-Neckar-Industriekultur mit auf die Fahnen geschrieben hat. Vor Kurzem durfte eine (leider kleine) Gruppe im Biotop des Künstlers Rüdiger Krenkel unter seiner Führung spazieren gehen.

Sechs Klärbecken

Der Bildhauer, der Atelier und Heimstatt im Alten Klärwerk auf der Friesenheimer Insel von der Stadt gemietet hat, hegt und pflegt das Areal. Daher befindet sich die malerische Anlage inmitten eines Stücks Natur, das älteren Lesern vielleicht noch als "normal" bekannt ist, heute jedoch mit der Lupe gesucht werden muss. Jedenfalls mitten in der Stadt.

Brombeersträucher mit reichem Bewuchs, von einigen Gästen gleich mit Vergnügen getestet, wilde Rosenbüsche, mannshohes Schilf, Johanniskraut, Disteln, Kamille und Sommerflieder umrahmen die steinernen Klärbecken, riesige, bunt schillernde Libellen, Bienen, seltene Schmetterlinge, Molche, Wasserschnecken und Wasserfrösche bewohnen sie. Aber auch Schnaken und Ratten. Die sechs Klärbecken verstecken sich hinter reichlich Gebüsch und sind zurzeit aufgrund des Hochwassers gut angefüllt. Zu- und Ablauf-Galerien können durchschritten werden und zeigen hier schöne Spiele mit Licht und Schatten. Die Becken haben das Gardemaß von Freibadbecken und wurden einst mit Sandfängen, Rechen und Sieben gereinigt. Sie waren bis 1973 in Betrieb und fassten das gesamte Abwasser der Mannheimer Haushalte und zum Teil der Industrie. Schaut man sie sich an, kann man das kaum glauben.

Den abgesetzten Schlamm, damals noch nicht giftig, beförderte man anschließend mit einer elektrischen Pumpe durch eiserne Rohleitungen auf die seinerzeit noch vorhandenen städtische Wiesen und Äcker jenseits des Hochwasserdamms, sie ergaben einen guten Dünger. Insgesamt ist das Gebiet 10 000 Quadratmeter groß, das Rüdiger Krenkel bespielt und natürlich auch benutzt.

Überall vermischt sich die Kunst: Holzobjekte, Steinskulpturen und filigrane, aus Eisenstäben geschmiedete Plastiken mit dem alten Baudenkmal. Sie korrespondieren, setzen Akzente und fügen sich meisterlich ein. Ein Schmuckstück ist auch das Gebäude selbst, das der Künstler verwaltet und schützt, und über das er kenntnisreich berichtete. Es war das erste Klärwerk Mannheims mit zwei Pumpenhäusern, von denen eines beinahe schon sakral wirkt, und einem Wasserturm, der gotische Stilelemente zitiert. Insgesamt ist das Klärhaus des Architekten Richard Perrey sehr liebevoll 1905 im Stil der norddeutschen Backsteingotik erbaut, dazu aufwendig und kunstvoll gestaltet worden - mit vielen Jugendstilelementen.

Im Inneren des eigentlichen Pumpenhauses, das vordere Häuschen gehörte früher dem Aufseher und wird nun von Krenkel und seiner Frau bewohnt, kann man noch zwei von ursprünglich drei Pumpen bewundern. Da dies das Atelier des Künstlers ist, erkennt man ein reizvolles Zusammenspiel von Technik und Kunst, was auch in der qualitativen Architektur Perreys angelegt ist. Dass der Künstler und Naturliebhaber Rüdiger Krenkel sich hier sehr wohl fühlt, ist verständlich - und dies zeigt er auch mit der Fürsorglichkeit des Inselparadieses innerhalb einer reinen Industrielandschaft.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 26.08.2016

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