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Neuostheim: Wolfgang Bosbach beim CDU-Empfang

Prominenter Festredner

Kam bei den Besuchern bestens an: Wolfgang Bosbach.

© Rittelmann

Zum vierten Mal hatte die CDU Neuostheim/Neuhermsheim zum Neujahrsempfang eingeladen, und als Festredner war diesmal der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach, gekommen. Stadtrat Steffen Ratzel, der viele Gäste in der Bundeswehrakademie begrüßte, betonte: "Der Neujahrsempfang soll diesmal Gelegenheit bieten, sich mit der Bundestagswahl zu befassen". Unter dem Eindruck der Niedersachsenwahl sprach er sich gegen Leihstimmen der CDU für die FDP aus und sagte: "Es kann nicht sein, dass bei der Bundestagswahl die CDU plötzlich nicht mehr stärkste Partei ist".

Innenexperte Wolfgang Bosbach sieht in der Unterstützung der FDP durch die Union kein Vorbild für die Bundestagswahl. Bosbach, der bekannt ist für seine geistreichen und humorvollen Vorträge, erklärte: "Wenn wir innerhalb der Koalition Blut austauschen, wird das die Koalition nicht stärken". Die FDP müsse es aus eigener Kraft schaffen. Bosbach warb dafür, politische Konkurrenz deutlich zu machen und das Bürgervertrauen zurückzugewinnen. "Wir leben in einer Zeit revolutionärer Entwicklungen, von der Industrie- zur Wissensgesellschaft", sagte er. Entwicklungs- und Schwellenländer würden zu Konkurrenten. "Wenn wir bestehen wollen, müssen wir besser sein", so Bosbach.

Wichtig seien Investitionen in Bildung und Forschung. Dabei gehe es nicht nur um die akademische Bildung, sondern auch um die in den Berufsschulen und Betrieben. Bosbach: "Wir werden nur erfolgreich sein, wenn wir auch die Partei der kleinen Leute sind. Nicht nur, weil sie die Mehrzahl in der Bevölkerung darstellen, sondern weil wir auch für Wachstum und Wohlstand auf diese Menschen angewiesen sind." Ungleichgewichte dürften nicht entstehen, nur bei entsprechender Wirtschaftskraft könne es ein dichtes Netz an sozialen Leistungen geben. Deutschland müsse auch in Zukunft ein Industrieland und -standort bleiben. Weitere Themen waren die Energiewende und die europäische Staatsschuldenkrise. ost

© Mannheimer Morgen, Freitag, 25.01.2013

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