Neuostheim:
Kindertheatergruppe von St. Pius begeistert die Besucher mit dem Weihnachtsmärchen „Schneewittchen“
Schöne Prinzessin fasziniert
Von unserer Mitarbeiterin Bettina Henkelmann
Die Kindertheatergruppe der Pfarrei St. Pius in Neuostheim begeistert mit Schneewittchen (Lena Hübner), dem diesjährigen Weihnachtsmärchen.
© Blüthner
Die Kindertheatergruppe der Pfarrei St. Pius in Neuostheim begeistert mit Schneewittchen (Lena Hübner), dem diesjährigen Weihnachtsmärchen.
© Blüthner
"Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heut", mit diesem Satz enden die meisten Märchen. Dass Hänsel und Gretel, Aschenputtel, Dornröschen, Schneewittchen und Co. auch heute noch leben, bewies die Kindertheatergruppe der Pfarrei St. Pius in Neuostheim mit einer fulminanten Aufführung ihres diesjährigen Weihnachtsmärchens.
Zu Gast bei den Zwergen
Im Mittelpunkt stand die Geschichte um die schöne Prinzessin (Lena Hübner) mit der Haut so weiß wie Schnee, mit Wangen so rot wie Blut und Haaren so schwarz wie Ebenholz. Ihre Schönheit ist der bösen Stiefmutter (Nancy Schan), die gerne "die Schönste im ganzen Land" wäre, ein Dorn im Auge. Die Königin hasst Schneewittchen abgrundtief und will sie ins Jenseits befördern. Der Jäger (Victoria Schan), der die "schmutzige Arbeit" für sie erledigen soll, bringt es nicht übers Herz, lässt Schneewittchen laufen und der Königin als Beweis für ihren angeblichen Tod, das Herz eines Ebers.
Die Prinzessin irrt derweil durch den Wald und freundet sich mit Meister Lampe (Celine Scheuermann), Mausi (Celina Rütz), Petz (Miriam Zimmermann), Reineke Fuchs (Euphemia Hauk), Schuhu (Ismail El-Ayoubi), Mick (Liv Heilmann), Isegrimm (Leon Körner) und einem Raben (Hannah Lindner) an, die ihr weiterhelfen. Schließlich landet sie bei den sieben Zwergen. Als die Wichtel von der Arbeit kommen, finden sie das Mädchen schlafend im Bett des kleinen Grummel (Giovanni Nicotra) vor. "Eine schöne, junge Dame", meint Ed (Yara Antonic). "Die war vielleicht mal schön. Jetzt braucht sie ein Bad und zwar dringend", stellt Frechdachs (Julian Beger) fest und rümpft die Nase. Schneewittchen, die nicht nur gut aussieht, sondern auch ein liebreizendes Wesen hat, darf nach einem Bad bei den kleinen Fabelwesen bleiben. Die Königin, die sich einige Zeit als Schönste wähnte, erlebt bei der Befragung ihres Zauberspiegels (Hannah Lindner) eine böse Überraschung: Schneewittchen lebt. Nach zwei weiteren Versuchen gelingt es ihr, die Stieftochter mit einem vergifteten Apfel zu ermorden. "Königin, du bist die Schönste hier im Raum, doch draußen überragst Du ein Mäuslein kaum, deine Seele ist schwarz wie die Nacht, denn du hast Schneewittchen umgebracht", kann der Spiegel seine Verachtung über das Verhalten der bösen Monarchin nicht zurückhalten.
Doch das Happy-End folgt auf dem Fuß. Prinz Georg aus dem Nordland (Leon Herrtwich), der Schneewittchen schon lange den Hof macht, taucht vor dem Zwergenhaus auf. Dort ist das Mädchen in einem gläsernen Sarg aufgebahrt. Auf das flehentliche Bitten des Prinzen hin, geben die Zwerge den Sarg frei. Dieser fällt beim Transport durch die Wachen (Salvatore Mangano und Jakob Kreidermacher) zu Boden. Dabei löst sich das vergiftete Apfelstück, das im Hals des Mädchens steckengeblieben ist und sie wacht zur Freude aller auf. Schneewittchen und der Prinz kehren ins Schloss zurück und heiraten, während die Stiefmutter samt ihren Zofen (Allegra Drepper und Lara Kreidermacher) aus dem Land verbannt wird. Gebannt verfolgten die kleinen Zuschauer das Geschehen auf der Bühne, während die Großen die 25 Schauspieler für ihre gekonnte Leistung immer wieder mit Zwischenapplaus bedachten. Der Beifall wollte am Ende des Stückes, das unter der Regie von Annette Hübner und Thomas Kreidermacher gekonnt in Szene gesetzt wurde, kein Ende nehmen. Souffleuse Michaela Häffner hatte wenig zu tun, denn "Hänger" gab es nicht, zumindest keine für die Zuschauer ersichtlichen. Der Erlös aus dem Eintritt soll an die Katholische Familienbildungsstätte für die Arbeit mit psychisch kranken Menschen gehen.
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