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Schwetzingerstadt/Oststadt: Wild parkende Zweiräder behindern Fußgänger, klagen die Freien Wähler

ML-Politiker empört über die Zustände am Hauptbahnhof

Von unserer Mitarbeiterin Sylvia Osthues

Wild parkende Fahrräder vor dem Verbotsschild der Stadt: Dr. Ludovic Roy, Rolf Dieter, Christopher Probst, Roland Weiß und Prof. Dr. Achim Weizel (v.li.n.re.).

© ost

Das wilde Parken von Fahrrädern und neuerdings von Mopeds und Motorrädern am Hauptbahnhof solle strikt geahndet werden und die Motorräder gegebenenfalls abgeschleppt werden: Das hatte der Bezirksbeirat Schwetzingerstadt/ Oststadt bei der letzten Sitzung gefordert. Über die Antwort der Verwaltung habe er sich "aufgeregt", erklärte Dr. Ludovic Roy bei einem Ortstermin der Mannheimer Liste (ML).

Stadt sieht keine Probleme

Denn: Die Stadt sieht dort keine Probleme. "Ein Parken von motorisierten Zweirädern auf Gehwegen oder im Gehwegbereich wird, so lange keine Behinderungen vorliegen, geduldet", schrieb Erster Bürgermeister Christian Specht. "Doch wenn Anwohner mit ihren Autos auf Gehwegen parken, bekommen sie ein "Knöllchen", egal ob sie jemanden behindern oder nicht", ist Roy empört. Das Chaos am Bahnhof durch die wild parkenden Fahrräder, darunter viele Schrotträder, sei "erschreckend für ankommende Besucher".

Doch für die Stadtverwaltung gehört das Abstellen von Fahrrädern zum Gemeingebrauch und sei in diesem Fall nicht zu beanstanden. Es lägen auch hier keine Behinderungen von Fußgängern vor, heißt es aus dem Rathaus. Auch sei "keine andere Verkehrsteilnehmer gefährdende Situation erkennbar". Doch bei Ankunft der Intercity-Züge strömen Massen von Fahrgästen von der Eingangs-/Ausgangsrampe von den Gleisen auf die mit Mannheimer Pfosten abgegrenzte Freifläche gegenüber der Post. Durch die dort abgestellten Fahrräder und motorisierten Zweiräder können weder Behinderte noch Kinderwagen oder Reisende mit Koffern ungehindert die Straße in Richtung Stadt überqueren. Sie müssen auf die vielbefahrene Straße vor der Post ausweichen. Denn auch auf dem Gehweg Richtung Bahnhof-Haupteingang gibt es für sie kein Durchkommen. Obwohl die Deutsche Bahn auf der einen Seite und die Stadt auf der anderen Seite deutlich sichtbare Schilder angebracht hat, dass das Abstellen von Fahrrädern im Gehwegbereich verboten ist, sind dort Trauben von Fahrrädern angekettet. Fußgänger müssen sich mühsam durchschlängeln. Kommen sich zwei entgegen, ist einer gezwungen, zwischen die Räder auszuweichen.

"Wenn die Schilder nichts gelten, gehören sie abgezwackt", fand Christopher Probst. Außerdem gibt es für Fahrradfahrer genügend Abstellmöglichkeiten im Fahrradparkhaus, sagte Stadtrat Rolf Dieter. Er sprach sich zudem für eine Verlängerung des östlichen Tunnels zum Lindenhof aus, der derzeit nur bis Gleis acht geht. Ein weiteres Problem im Bereich Bahnhof/Busbahnhof sei die zunehmende Zahl der Busse nach Liberalisierung des Fernbusverkehrs ab 1. Januar 2013. Spätestens, wenn für das Postgelände ein Investor gefunden ist, sei ein Durchstich zur Reichkanzler Müller Straße vonnöten. Nicht nur hässlich sondern auch gefährlich, weil voll Stolperfallen, sei der "Flickenteppich" im Bereich des Wochenmarktes am Bahnhof, so Christopher Probst.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 11.01.2013

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