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Schwetzingerstadt: Protest gegen Schließung der Einrichtung in der Kopernikusstraße / Stadt hat Räume gekündigt und bietet Ersatz an

Senioren stehen ohne ihren Treff da

Von unserer Mitarbeiterin Sylvia Osthues

Überrascht und wenig erfreut vor ihrem Kopernikus-Treff: Beisitzer Joachim Kraft, Mitglied Edeltraud Held, Claire Geist und Hans Wild.

© ost

Die Aktiven Senioren Mannheim e.V. feierten "20 Jahre Aktive Senioren" im Kopernikus-Treff. Doch das Seniorenbüro, für das der Verein den Senioren Treff betreut und bewirtschaftet, war nicht dabei. Und das hatte seinen Grund: Die Stadt Mannheim hat die Räume des Treffs in der Kopernikusstraße 45 stillschweigend zum 30. April gekündigt.

"Entsetzt" über den Umgang

Gegen die Schließung ihres Treffs wehrten sich die Senioren mit einem Brief an den Oberbürgermeister und die Gemeinderatsfraktionen. Erst nachdem die Stadt die Räume des Kopernikus-Treffs bereits gekündigt hatte, seien sie vom Seniorenbüro darüber informiert worden, berichteten Hans Wild und Claire Geist vom Vorstand. Sie seien "entsetzt", in welcher Form mit ihrem langjährigen, bürgerschaftlichen Engagement umgegangen werde. Durch die Kündigung ihrer Treff-Räume sei ihnen "der Boden unter den Füßen weggezogen worden".

Die Schwetzingerstadt, davon sind die Betroffenen überzeugt, braucht das soziale Begegnungszentrum - für die Aktiven Senioren und für den Seniorentreff, in dem ehrenamtlich seit Jahren ein umfangreiches Angebot für die Senioren im Stadtteil angeboten wird. Die ersatzweise angebotenen Räume der AWO in der Seckenheimer Straße können den Ärger nicht lindern: Die, so die Senioren, seien viel zu klein für die insgesamt 75 Mitglieder. Außerdem habe man vor zwei Jahren auf dem Generationenspielplatz gegenüber vom Kopernikustreff ein Schachfeld und einen Bouleplatz angelegt. Durch eine räumliche Entfernung des Treffs könnten diese von den gehbehinderten älteren Menschen nicht mehr genutzt werden. Die Vermieterin der Räume in der Kopernikusstraße würde darüber hinaus nach Angaben des Vereins die Mieter gerne behalten. "Aber die Stadt will sparen", bedauerte Wild.

Bei einem Gespräch im Seniorenbüro, an dem auch Gertrud Lang und Claus Peter Sauter vom Seniorenrat der Stadt teilnahmen, erfuhren Wild und Geist, dass die Räume in der Seckenheimer Straße von der Stadt nicht dauerhaft gemietet, sondern nur zeitweise genutzt werden könnten.

Zur Kündigung der Räume in der Kopernikusstraße erklärte der Leiter des Seniorenbüros, Jürgen Böhm: 2012 sei der Zehn-Jahres-Mietvertrag ausgelaufen. Die Fachstelle Immobilienmanagement, die Mietangelegenheiten für die Stadt verwaltet, habe beschlossen das Mietverhältnis zu beenden, wenn sich was Besseres fände. Gründe seien der schlechte Zustand der Räume und der Toiletten sowie der fehlende barrierefreie Zugang. Außerdem wolle die Vermieterin die Miete erhöhen. "Die Stadt muss auch wirtschaftlich denken", so Böhm. Über die Kündigung seien die Aktiven Senioren auch bei ihren regelmäßig alle Vierteljahre stattfindenden Treffen vom Seniorenbüro informiert worden.

Böhm kann die Angst der Senioren verstehen. Doch inzwischen habe man sich verständigt. "Die Leute werden nicht auf der Straße stehen, wir werden eine vernünftige Lösung zusammen mit dem Verein und den Senioren finden", versicherte Böhm.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 15.02.2013

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