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Rheinau: Ehemaliges amerikanisches Kasernen-Areal im Süden des Stadtteils soll gänzlich der Natur zurückgegeben werden / Gemeinderatsbeschluss

Eidechsen haben Militärgelände erobert

Von unserem Redaktionsmitglied Konstantin Groß

Die Gebäude auf dem früheren Kasernen-Gelände sind mittlerweile verfallen. Aber die noch vorhandenen Gleisanlagen zeugen nach wie vor von der einstigen Bedeutung dieses Areals als Verlade- und Umschlagplatz der US-Armee.

©  -tin

An Stelle von Panzern haben Tiere das Gelände in Beschlag genommen - so etwa diese beiden niedlichen Hunde, die den Besucher am Zaun neugierig begrüßen.

©  -tin

Als Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz vor zweieinhalb Wochen beim Großen Rheinauer Neujahrsempfang die Festrede hält, da nutzt er diesen Anlass, um der Rheinauer Bevölkerung eine wichtige Neuigkeit mitzuteilen: Das Gelände der ehemaligen amerikanischen Rheinau-Kaserne, so das Stadtoberhaupt, werde vollständig renaturiert und in den regionalen Grünzug integriert.

Amerikaner in Rheinau? "Rheinau-Kaserne"? Nicht jeder Bewohner des südlichsten Stadtteils weiß auf Anhieb, diese Liegenschaft zu verorten. Denn sie liegt derart versteckt, dass sie manchem Rheinauer bislang nicht ins Bewusstsein gekommen ist, zumal sie seit 20 Jahren nicht mehr militärisch genutzt wird.

Tiere statt Militärgerät

Zwar ist das Areal immer noch von einem Zaun mit Stacheldraht-Kronen umgeben. Doch die Hinweisschilder warnen längst nicht mehr vor einem "militärischen Sperrgebiet", sondern bitten lediglich darum, "die Weide nicht zu betreten und die Pferde nicht zu füttern."

Denn zuweilen wird das Areal an einen Zirkus verpachtet, der dort Wagen und Tiere unterstellt. Als der "MM" am vergangenen Wochenende vor Ort ist, dreht ein Pferd seine Runden, grasen Schafe, empfängt ein Colli mit anderen Artgenossen den Besucher freudig bellend und schwanzwedelnd am Zaun.

Die Gebäude im Innern des Areals sind längst verfallen, die Rudimente der Gleisanlagen erinnern jedoch noch an die einstige Bedeutung dieses Ortes als Umschlagplatz der Amerikaner vor allem für ihre Feldpost nach ganz Europa. Nach Ende der Spaltung des Kontinents besteht dafür kein Bedarf mehr.

Der Bund, seit 1995 im Besitz des Geländes, versucht anfangs, das Areal gewerblich zu vermarkten. In der Tat gibt es dank der verkehrsgünstigen Lage zwischen Eisenbahn, Autobahn und Bundesstraße im Laufe der Jahre zahlreiche Interessenten: Ein Frachtzentrum der Bahn, ein Lkw-Service-Center und ein Logistik-Zentrum von Daimler markieren einige der Projekte.

Doch die Fläche liegt eben nicht nur verkehrsgünstig, sondern auch in unmittelbarer Nähe zum Rheinauer Wald und zu Wiesen, also zur Natur, die sich seit Abzug des Militärs das Gelände sukzessive zurückholt. Seltene Mauer- und Zaun-Eidechsen stehen für die ökologische Bedeutung ebenso wie die blauflügelige Ödlandschrecke und der bedrohte Sand-Thymian. Alle gewerblichen Vorhaben scheitern.

Das endgültige Aus für derartige Ideen ist der Entschluss der Amerikaner, sich auch von ihren anderen Liegenschaften in Mannheim zurückzuziehen. Damit werden im gesamten Stadtgebiet riesige Areale frei, die bereits über eine optimal erschlossene Infrastruktur verfügen und sich daher weit besser für gewerbliche und Wohnzwecke eignen als die Brachfläche am Waldesrand.

Umfassender Grünzug im Süden

Und so kommen die Verantwortlichen der Stadt zu dem Schluss, dieses Gebiet der Natur zurückzugeben und es gemeinsam mit den angrenzenden Wald- und Wiesenflächen zu einem umfassenden ökologischen Areal zusammenzufassen. Damit entstünde im Süden der Stadt ein riesiges Naherholungsgebiet.

Abgesehen davon: Mit dieser Maßnahme können zudem auch jene Ausgleichsflächen ausgewiesen werden, die als Ersatz für die Versiegelung an anderen Stellen bereitgestellt werden müssen. Am 18. Dezember hat der Gemeinderat denn auch entsprechend entschieden.

Doch mit diesem Beschluss ist die Angelegenheit nicht erledigt. Denn noch gehört der Stadt das Gelände gar nicht: Sie muss es vom Bund erst erwerben. Laut Gemeinderatsvorlage rechnet die Verwaltung mit Gesamtkosten von etwa einer Million Euro. Außerdem muss der regionale Flächennutzungsplan entsprechend geändert werden; bislang ist das Areal noch als "gewerbliche Entwicklungsfläche" ausgewiesen.

"Schwerter zu Pflugscharen" - zumindest in der Version "Militärgelände zu Wiesen" wird diese alte Forderung der Friedensbewegung auf der Rheinau künftig verwirklicht.

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 06.02.2013

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