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Rheinau/Neckarau: Fasnachtszüge in den Vororten locken zahlreiche Ahoi-Krischer auf die Gasse

Närrische „Separatisten“ suchen Nähe zum Rohrhof

© Rittelmann

Heitere Umzüge lockten auf am Rosenmontag auf der Rheinau (Bild) und am Fasnachtsdienstag in Neckarau Tausende Fasnachts-fans ins Freie, wo es zwar kalt war, es aber reichlich Gutsel und Knabberzeug regnete.

©  Rittelmann

Jan Hendric Bahls und Jan Cerny

"MA-Südstaatler sinn kä Seggemer, dann lieber Rohrhof-Nord!" Die BASF-Siedlergemeinschaft nahm beim Rheinauer Fasnachtsumzug die Entscheidung der Stadt aufs Korn, Rheinau dem Bürgerservice-Bezirk Seckenheim zuzuordnen, statt es bei Neckarau zu lassen. Bei den närrischen Umzügen auf der Rheinau und in Neckarau hat auch die weltliche Obrigkeit ihr Fett abbekommen.

Ein bisschen schummeln ist erlaubt, auch in der Fasnacht. Auf dem Rheinauer Stadtteilumzug am Rosenmontag freute sich Organisator Helmut Losert über die Rekordzahl von 24 Teilnehmern. Selbst wenn mancher Verein gleich in Dreiergrüppchen durch die Relaistraße marschierte. "Je länger der Zug, desto mehr Spaß macht es doch den Zuschauern", wie das Vorstandsmitglied der Gartenfreunde erklärte.

Die Hobbygärtner waren mit einem Traktor und einem Leiterwagen sowie als Fußgruppe unterwegs. Brigitte Szafranski hatte zuvor schon alle Hände voll zu tun gehabt, um die Gruppierungen vor dem Start in Reih und Glied zu bringen. "Schön, dass so viele gekommen sind", freute sich die Vorsitzende der Kleingärtner.

Losert moderierte derweil gewohnt launig die Zugnummern, während die feiernden Narren des Stadtteils zahlreich am Bürgersteig Spalier standen. Gleich zwei Neulinge hatten sich in den Festumzug miteingereiht. Die Rheinauer Alemannia präsentierte sich sogar mit einer Prinzessin: Thomas Gutjahr hatte sich für diesen Nachmittag in Schale geworfen und reichlich Make Up aufgetragen. Der spielende Co-Trainer des 1. FC machte als Lieblichkeit eine tolle Figur.

Nicht fehlen durften ebenso die Sandhasen. Dieter Linke hatte sich hinter das Steuer des Motivwagens geklemmt. "Das ist der beste Job, da behält man warme Füße", freute sich diebisch der Senatspräsident des Rheinauer Carnevalsvereins. Gewohnt zahlreich in ihrer Formation boten gleichfalls die Pilwe aus Neckarau ein buntes Bild der Narretei. "Unsere Fasnachtsfreunde aus Neckarau halten uns seit vielen Jahren die Treue und sind zuverlässig wie ein Uhrwerk", lobte Losert. Am Ende kehrten alle ins Gärtnertreff ein, wo die Veranstaltung einen lustigen Ausklang fand.

Temperatur unter 0 Grad, doch die Narren wissen sich zu helfen: schunkeln, tanzen in die Hände klatschen. So munter zeigten sich die zahlreichen Fasnachtsfans entlang der Zugstrecke nicht nur auf der Rheinau. Deutlich dichter am Straßenrand verfolgten die "Ahoi-Krischer am Fasnachtsdienstag die Neckarauer Parade. "Ich bin nur alle zwei Jahre dabei", meinte Sascha Wössner, aber der Spaß muss sein, wenn es auch nicht immer geht. Seinen Wagen gestaltete der Abschleppunternehmer in ein Piratenschiff um. Die fröhlichen Freibeuter ließen es reichlich Gutsel regnen.

Ein "Gruselkabinett" führte das Kinderhaus Sentapark: "Spinnenfuß und Krötenbein, wir sind viele Geisterlein", verkündeten die gar nicht so gruseligen Narren, ernteten eher Lacher. Sportlich gaben sich die Judoka von der Post SG mit Vorführungen während des Zuges, wärmende Träume zauberten die Kanuten der KGN mit ihrem Südsee-Paradies.

Gut lachen hatte Organisator Richard Karusseit, der sich freute, dass so viele Vereine und Neckarauer Firmen mit ihren einfallsreichen Motivwagen und Kostümen den Zug attraktiv machten.

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 13.02.2013

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