"Wenn es am schönsten ist, da kann man doch nicht aufhören", jammerte Sandhase-Präsident Holger Kubinski. Dennoch: Am Aschermittwoch ist, Jokus sei es geklagt, Schluss mit lustig. Auch bei den Rheinauer Fasnachtern - Heulen und Wehklagen beim Heringsessen im Saal des Gärtnertreffs hilft da wenig. Bevor aber unter freiem Himmel die Fasnacht in Form einer Puppe in Flammen aufgeht, blitzt doch noch der Schalk auf, quittiert mit "Sandhase hopp", immerhin mit gedämpften Stimmen.
Der Schlachtruf gilt dem Auftritt von Anna-Lena Dürr, dem Jugendtanzmariechen der Neckarauer "Pilwe", das mit seinem bunten Kostüm Farbe in die ansonsten dunkel gekleidete "Trauergemeinde" bringt. Er gilt ebenso dem "Katastrophenprinzen" (1979) Franz Barth, der traditionell bei den Sandhase "in Moll, das Katastrophenprotokoll" deklamiert. So mancher Bundespolitiker bekommt sein Fett ab, aber auch die Stadt für ihre Erweiterung der Verwaltung um ein zusätzliches Dezernat. Selbst die Mannheimer Karneval-Kommission bleibt nicht verschont.
"Wir unterwerfen uns nicht der Seckenheimer Herrschaft", posaunte Kubinski beim "Rathaussturm" zu Beginn der heißen Phase der Kampagne. Ganz anders am Ende: "Schaut euch ihn an", ruft er im Gärtnertreff und deutet auf Markus Zimmermann, den Leiter der Seckenheimer Bürgerdienste, seit Beginn des Jahres für Rheinau zuständig.
Siehe da, die beiden verstehen sich gut, duzen sich, werfen sich verbale Bonmots zu. Offenbar haben die Narren die Entscheidung der weltlichen Obrigkeit geschluckt. Zimmermann nimmt lächelnd den symbolischen Rathausschlüssel entgegen, den noch seine Vorgängerin Patricia Popp herausrücken musste. Die "Gemeindekasse" erhält er ebenfalls. "Wir haben den Inhalt verdoppelt", berichtete stolz Kubinski: "Es war nix drin, jetzt ist dort gar nix drin."
Zuletzt dankte der Präsident seinem engagierten Team und den zahlreichen Helfern und Sponsoren. Ein besonderer Dank ging an Manuela Kniehl. Die Exprinzessin der Sandhase servierte mit Helfern gar köstliche Heringe. jan
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