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Innenstadt: „Ministerium für Glück und Wohlbefinden“ diskutiert im Atlantis Odeon Kino über Unternehmenskultur 2.0

Wege aus dem beruflichen Hamsterrad

Von unserer Mitarbeiterin Tanja Capuana

Die Referenten zum Thema Digitalisierung und Überlastung in der Arbeitswelt (v.l.): Urte Thölke (von SAP), Udo Erdmann (Business Design People), Gina Schöler (Veranstalterin) und Jörg Blattmann (Klinikum Mannheim).

© Cap

Der Arbeitsalltag fordert die Menschen immer stärker. Die Folge: Burn-out und psychosomatische Erkrankungen. Der Film "From Business to Being" beschäftigt sich daher mit dem Thema Achtsamkeit und zeigt Wege aus dem Hamsterrad des beruflichen Alltags auf. Zu einer Sondervorstellung des Dokumentarfilms hat das "Ministerium für Glück und Wohlbefinden" in Kooperation mit dem Atlantis Odeon Kino eingeladen.

Rund 250 Zuschauer hatten sich denn auch in den cineastischen Räumlichkeiten getummelt. Vor und nach dem Film moderierte die Veranstalterin und selbst ernannte Glücksministerin, Gina Schöler, eine Diskussionsrunde zu den Themen Stressbewältigung und Mindfulness (Achtsamkeit) mit verschiedenen Protogonisten aus der Wirtschaft.

Die Krux besteht oft darin, dass die Leiter eines Unternehmens dafür sorgen müssen, dass die Wirtschaftlichkeit einer Firma erhalten bleibt, aber die Mitarbeiter sich gleichzeitig wohlfühlen und gesund bleiben sollen. Produktivität und Wertschätzung der Angestellten gilt es demnach, unter einen Hut zu bringen und alles vernünftig in den Alltag zu integrieren. Urte Thölke vom Global Health Management der SAP Se beschäftigt sich mit dem Schwerpunkt Achtsamkeit. In dem Unternehmen gebe es das Programm der Stressreduktion durch Achtsamkeitsmediation, welches von dem amerikanischen Professor Jon Kabat-Zinn ins Leben gerufen wurde, erzählt sie. Dabei gehe es auch darum, den Augenblick im Hier und Jetzt wahrzunehmen, ohne zu werten, sowie "Im Moment sein". Die Angebote werden sehr gut angenommen.

Udo Erdmann, Vorstand COO der business design people AG, warf die Frage in den Raum: "Ist die Wirtschaft bereit für einen Wertewechsel?" Der Wille sei da, aber der Anfang schwer, lautet sein Urteil. Jörg Blattmann, Geschäftsführer des Universitätsklinikums Mannheim, gab zu bedenken, dass wir möglicherweise schlecht auf die Digitalisierung, verbunden mit dem verstärkten Informationsfluss, etwa durch Smartphones, vorbereitet sind. "Wir wissen heute viel mehr, aber das Wissen veraltet schneller als im letzten Jahrtausend."

Der Film zeigte verschiedene Fälle von Menschen, wie sie ihren Burn-out, der durch die erhöhte Anforderungen im Beruf entstanden ist, überwinden konnten und inzwischen wieder ein bewusstes und selbstbestimmtes Leben führen, begleitet von kompetenten Experteninterviews sowie wirkungsvollen Landschaftsaufnahmen. Sowohl bei den Zuschauern als auch bei den Gesprächspartnern ist die rund anderthalbstündige Dokumentation gut angekommen. "Bewegend", sagt ein Zuschauer. "Ich finde es total ermutigend", fasst ein anderer zusammen. Der Film hat bei Urte Thölke vor allem Zuversicht ausgelöst: "Wir sind auf dem richtigen Weg."

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 15.03.2017

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