1899 Hoffenheim

Fußball 1899 Hoffenheim eröffnet heute mit der Begegnung in Köln den 30. Bundesliga-Spieltag

"Wir sind nicht ganz blind"

Zuzenhausen.Interessant sei es gewesen, das Champions-League-Spiel von Borussia Dortmund in Monaco. So empfand es Julian Nagelsmann, als er am Fernseher das vergebliche Mühen des BVB um den Einzug ins Halbfinale verfolgte. Hoffenheims Trainer hat diese Begegnung, auch wenn er es einen Tag später so nicht zugeben wollte, sicherlich mit dem Verlangen geschaut, in der kommenden Saison mit seiner Mannschaft höchst selbst in der Königsklasse mitzumischen. Die Rechnung ist simpel: Bei vier Siegen und einem Unentschieden gegen Dortmund hätte Hoffenheim den historischen "Sprung nach Europa" geschafft. Heute um 20.30 Uhr soll mit einem "Dreier" beim 1. FC Köln ein weiterer Schritt gen Champions League gegangen werden.

Basteleien am Kader

Mit dem Satz: "Wenn man mal im Bernabeu spielen kann - da gibt es bestimmt Schlimmeres", zeigte Nagelsmann dann auch, dass er und sein Team diese Chance nutzen wollen. "Diese Saison ist jetzt schon ein Gewinn und wenn wir nicht ganz blind sind, dann wird sie ein Gewinn bleiben. Und wir sind nicht ganz blind." Diese Worte des Shootingstars zeigen das turmhohe Selbstvertrauen, das sie bei der TSG während der vergangenen Wochen aufgebaut haben.

Da die Qualifikation für die Europa League im Grunde sicher ist, haben die Hoffenheimer bereits heute so eine Art Planungssicherheit und können den Kader für die neue Saison nun "zusammenbasteln". "Die Champions League wäre natürlich für den einen oder anderen Spieler noch ein weiteres Argument, zu uns zu kommen", glaubt Nagelsmann. Doch quasi im selben Atemzug sagte er: "Es ist ein stetiger Kampf. Wir wären schon froh, wenn wir die Spieler bekommen würden, die bei uns auf dem Zettel stehen." Wer das ist, verriet er nicht, doch der 29-Jährige hofft, "schon bald etwas präsentieren" zu können. Alexander Rosen hatte ja bekundet, aufgrund der nun absehbaren Mehreinnahmen, "ein Regal höher" einkaufen zu können (wir berichteten). Welche Spieler dort ,stünden'?, wurde Nagelsmann gefragt, worauf er antwortete: "Das kann ich schlecht einschätzen." Sein Grinsen verriet aber, dass er das genau kann.

Heute muss der Coach erst einmal wissen, wie er "Kölle" bezwingt. "Sie stehen total eng. Wir brauchen Geduld", so die Einschätzung des 29-Jährigen, der zudem vor den Konter-Qualitäten des Ex-Hoffenheimers Anthony Modeste warnt. Bis auf den gesperrten Benjamin Hübner stehen bei den Kraichgauern alle Spieler zur Verfügung. Nur hinter dem Einsatz von Pavel Kaderabek steht noch ein Mini-Fragezeichen.

Zurück zur Champions-League: Julian Nagelsmann hätte nicht solch einen Erfolg, wenn er nicht so "menscheln" würde. So auch gestern, als er in Sachen Champions League verriet: "Es wäre ein Traum, einmal die Musik zu hören." Als Trainer im Stadion, nicht am Fernseher.