3:4-Niederlage bei den Eisbären

Eishockey Adler verlieren sechstes Viertelfinale in Berlin mit 3:4 nach Verlängerung / Entscheidendes Spiel am Dienstag in Mannheim

Bitteres Ende in 101. Minute

Berlin.Im Play-off-Viertelfinale gegen Berlin haben die Adler den ersten Matchball vergeben. Bei den Eisbären kamen die Mannheimer gestern zwar nach einem 0:3-Rückstand zurück, in der ersten Minute der dritten Verlängerung traf Marcel Noebels aber zum 4:3 (3:0, 0:2, 0:1, 0:0, 0:0, 1:0)-Sieg für die Hauptstädter.

"Wir müssen dieses Spiel ganz schnell abhaken und uns auf unsere Aufgabe am Dienstag konzentrieren", hatte Manager Teal Fowler bereits unmittelbar nach der Schlusssirene das morgige entscheidende siebte Spiel im Blick, das um 20 Uhr in der SAP Arena beginnt.

Nach dem ersten Drittel lagen die Blau-Weiß-Roten fast schon aussichtslos mit 0:3 zurück. Sinan Akdag verursachte einen Penalty, der zum frühen 0:1 führte, zudem kassierten die Adler acht kleine Strafen, die die Eisbären zu zwei Powerplay-Treffern nutzten. Natürlich haderten die Mannheimer zurecht mit dem einen oder anderen Pfiff der Schiedsrichter Gordon Schukies und André Schrader, in den meisten Situationen stellten sie sich aber ungeschickt an. "Ja, wir konnten einige Entscheidungen beklagen, wir dürfen uns aber nicht so aus dem Spiel bringen lassen", betonte Fowler.

Berliner 3:0 nach neun Minuten

Der Start ging jedenfalls gründlich daneben. Nach einem schnellen Pass in die Tiefe kam Akdag zu spät, er konnte Nick Petersen nur noch mit einem Foul aufhalten. Die Referees gaben einen Penalty, den Petersen eiskalt zum 1:0 verwandelte (3.). Adler-Torhüter Drew MacIntyre, der am Freitag noch den 3:1-Sieg festgehalten hatte, sah beim zweiten Berliner Streich unglücklich aus. Noebels wollte den Puck in Überzahl nur auf den Kasten bringen - und tunnelte den Kanadier zum 2:0 (7.).

Ein Lernprozess setzte noch nicht ein. Chad Kolarik ließ sich zu einem Nachschlagen hinreißen, Akdag gesellte sich zu ihm auf die Strafbank. Die Berliner, die in den ersten fünf Duellen mit Mannheim nur ein einziges Powerplay-Tor erzielt hatten, nutzten die 24-sekündige doppelte Überzahl: Petersen stocherte die Scheibe über die Linie. Die Schiedsrichter erkannten den Treffer nach Studium der Videobilder an (10.).

Erst gegen Ende des ersten Abschnitts fanden die Adler besser ins Spiel, ehe sie sich selbst wieder aus diesem nahmen. Ryan MacMurchy leistete sich einen völlig überflüssigen Stockschlag, dann traf Niki Goc den Berliner Doppeltorschützen Petersen mit dem Schläger im Gesicht: Die Eisbären durften zwei Minuten mit zwei Mann mehr ran, die Mannheimer überstand die heikle Phase.

Und nicht nur das: Nach der ersten Pause konzentrierten sie sich auf das, weswegen sie nach Berlin gekommen waren: Eishockey spielen. Nach einem Check von hinten gegen MacMurchy, der danach nicht mehr aufs Eis zurückkehrte, hätten die Schiedsrichter eine große Strafe gegen Jamie MacQueen aussprechen müssen (25.), der Berliner kam aber mit zwei Minuten davon. Im nächsten Powerplay ließ Kolarik die Hoffnung der mitgereisten Adler-Fans aufkeimen, als er Carlo Colaiacovos Pass ins Tor tippte - nur noch 1:3 aus Adler-Sicht (29.). Jetzt waren es die Berliner, die Fehler machten: Matthias Plachta zwang Alex Roach zum Scheibenverlust, der Adler drehte sich einmal um die eigene Achse und verkürzte mit seinem abgefälschten Schuss auf 2:3 (31.).

Das Simpson-Team war jetzt am Drücker. Plachta hatte in Unterzahl die Riesen-Chance zum Ausgleich, Thomas Larkins Hammer klatschte an den Außenpfosten (33.). Im Powerplay vergab Mathieu Carle die Hundertprozentige, Kolariks Versuch aus der Drehung sprang ans Lattenkreuz (34.). Da MacIntyre gegen Daniel Fischbuch kühlen Kopf bewies (37.), durften die Adler weiter auf den Auswärtssieg hoffen.

Nachdem sie zu Beginn des dritten Abschnitts eine Schrecksekunde überstanden hatten - Fischbuch traf den Pfosten -, warfen sie wieder ihre Offensive an. Adam verpasste das 3:3 (52.), dann brummte MacQueen eine Strafe ab. Nach Garrett Festerlings Traumpass stellte Plachta mit dem 3:3 alles auf null (53.). Es ging in die Verlängerung, weil Mirko Höfflin sich zwar energisch durchsetzte, Vehanen aber Sieger blieb (60.).

Berlin war nun wieder aktiver. Noebels (66.), Florian Busch und Louis-Marc Aubry (67.) hatten das Tor zu Spiel sieben auf dem Schläger, Colaiacovo hätte die Serie beenden können (74.). Da MacIntyre gegen Julian Talbot (74.) seine ganze Klasse zeigte und MacQueen erst Sekunden nach der Sirene den Puck hinter die Linie brachte, bekamen die Fans den nächsten Nachschlag. Und nach 99 Minuten jubelten die Eisbären-Fans - noch zu früh. Fischbuch hatte den Puck an den Pfosten gesetzt, dann war MacIntyre zur Stelle. Die dritte Verlängerung musste herhalten, diese dauerte nur wenige Sekunden. Da Ronny Arendt eine Strafe absaß, starteten die Eisbären in Überzahl in die sechsten 20 Minuten. Noebels beendete die siebtlängste Partie in der DEL-Geschichte nach 100:32 Minuten. "Egal, jetzt machen wir das Halbfinale eben am Dienstag perfekt", verbreitete David Wolf Optimismus.

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