Adler Mannheim

Eishockey Adler verpflichten kanadischen Außenstürmer / Verteidiger Dominik Bittner wechselt nach Schwenningen

Setoguchi statt Thompson

Mannheim.Sie waren ganz nah dran an der Überraschung. Am 2. Oktober 2010 hatten die Mannheimer Adler den NHL-Club San José Sharks beim Testspiel in der SAP Arena am Rande einer Niederlage. Ein Mann hatte jedoch etwas dagegen, dass die Mannschaft von Trainer Harold Kreis eine 1:0-Führung nach Hause brachte und sich am Ende mit 2:3 nach Verlängerung geschlagen geben musste: Devin Setoguchi. Der Kanadier mit japanischen Wurzeln bereitete das 1:1 vor und erzielte die Führung für das Team aus Kalifornien selbst. In der neuen Saison wird der 30-Jährige wieder in der SAP Arena auflaufen - dann aber im Adler-Trikot. Gestern gab der Club aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) bekannt, dass er sich die Dienste des Außenstürmers bis 2019 gesichert hat.

"Wir sind überaus glücklich, einen Spieler seines Formats im Adler-Trikot zu sehen", wird Manager Teal Fowler in einer Pressemitteilung zitiert. Bereits vor der abgelaufenen Spielzeit seien die Blau-Weiß-Roten an einer Verpflichtung des Rechtsschützen interessiert gewesen, nach einem Jahr beim HC Davos in der Schweiz entschied sich Setoguchi allerdings für ein Angebot der Los Angeles Kings, für die er in diesem Jahr das letzte seiner insgesamt 569 NHL-Spiele bestritt.

"Keine Ausstiegsklausel"

"Devin hat keine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag stehen", unterstrich Fowler, der gleichzeitig dementierte, dass der zuletzt mit den Adlern in Verbindung gebrachte Paul Thompson ein Thema sei: "Ich kenne ihn sehr gut, habe auch mit seinem Manager gesprochen. Er hat aber gerade eine Saison hinter sich, in der er so oft wie nie zuvor in der NHL eingesetzt wurde. Es ist unrealistisch, dass sich so jemand - auch vor dem Hintergrund dass es in Las Vegas ein neues NHL-Team gibt - im April für einen DEL-Club entscheidet."

Stattdessen also Setoguchi, der es in seiner NHL-Karriere auf 146 Tore und 140 Assists brachte. Für Los Angeles traf er zuletzt in 45 Partien viermal und lieferte acht Vorlagen. Für DEL-Verhältnisse ist der ehemalige kanadische Junioren-Nationalspieler (Vizeweltmeister 2005) ein großer Name. Nach einem Karriereknick - in der Saison 2014/2015 absolvierte er nur 31 Profi-Spiele und begab sich wegen Alkoholproblemen in Therapie, worüber er in einer Story in der "Hockey News" vom 7. April 2016 auch offen berichtete - hat er sich gefangen und kann den Abgang von Jamie Tardif mehr als kompensieren.

Ob auch der ehemalige Jungadler Frederik Tiffels (21), der heute mit der deutschen Nationalmannschaft in Nürnberg auf Tschechien trifft, ein Kandidat für den Mannheimer Sturm ist? Fowler schloss dies nicht so deutlich aus wie bei Thompson, er geht aber nicht davon aus, dass Tiffels schon seine Zelte in Nordamerika abbricht: "Er kann noch ein Jahr auf einem US-College spielen", erklärte der Manager, der eher davon ausgeht, dass der von den Pittsburgh Penguins gedraftete Außenstürmer den gleichen Weg wie Tom Kühnhackl einschlägt und über das AHL-Team Wilkes-Barre/Scranton Penguins den Sprung in die NHL schaffen will.

Die Adler vermeldeten gestern auch einen Abgang: Wie mehrfach berichtet, einigte sich der Club mit Dominik Bittner auf eine Auflösung des bis 2018 datierten Vertrags, der Verteidiger geht nach Schwenningen. "Das war ein starker Wunsch von Dominik, wir wollten ihm keine Steine in den Weg legen", erklärte Fowler, der noch einmal betonte, dass die Adler hart daran arbeiten, Abwehrspieler Carlo Colaiacovo zu halten: "Wir sind dran, seine Familie spielt aber auch eine Rolle." Colaiacovos Frau hatte erst im März ein Kind auf die Welt gebracht.

Während Verteidiger Niki Goc wohl ein Adler bleibt (Fowler: "Davon gehe ich aus."), ist die Frage, wer hinter Nationaltorhüter Dennis Endras Goalie Nummer zwei sein wird, noch nicht abschließend geklärt. Dass Chet Pickard aus Iserlohn nach Mannheim wechseln wird, konnte Fowler gestern noch nicht bestätigen. Auch die Zukunft von Youri Ziffzer sei weiter offen: "Dafür brauchen wir noch Zeit."