Edingen-Neckarhausen

Edingen Rundgang durch den kleinen Tierpark auf der Kleintierzucht-Anlage / Viel Nachwuchs

Verlassener Storch tröstet sich mit einer "Zugeflogenen"

"Die Zuchtanlage der Edinger Kleintierzüchter ist ein Tiergarten im Kleinen. Seit im Streichelzoo die Zicklein muntere Bocksprünge machen, komme ich mit meiner Tochter fast täglich hierher", erzählt eine Besucherin. Nicht nur bei den Ziegen gibt es Nachwuchs, auch sonst präsentiert sich die tierische Gesellschaft von ihrer fruchtbaren Seite. Das Trauerschwanenpaar in der großen Voliere hat bereits putziges Jungvolk, während der schillernde Pfau noch kinderlos "am Rad dreht." Hoch droben im Storchenhorst klappert derweil ein alter Bekannter. Der zurückgekehrte "Edinger Storch" hat nun eine neue Störchin an seiner Seite.

"Zuerst ist sein bisheriges Weibchen auf dem Horst gelandet und hat das Quartier gegen ungebetene Nestbesetzer verteidigt", erzählte Helmut Stein. Der Brutwart des Kleintierzuchtvereins und ehrenamtliche Storchenberinger der Vogelwarte Radolfzell kennt sich aus bei Meister Adebar. Der Rückkehrerin wurde die Zeit des Wartens "auf den Einen" dann offenbar doch zu lang. Sie wechselte Standort und Partner und wurde jetzt in Heddesheim ansässig. Aber auch das Edinger "Hinkebein", wie der Storch aufgrund eines falsch zusammengewachsenen Bruchs im Bein genannt wird, blieb nicht allein, er tröstete sich mit einer "Zugeflogenen".

Besucher sollten nicht füttern

Irdischer geht es da schon bei den Zwergziegen zu. Vier Zicklein von zwei Müttern bevölkern zwischenzeitlich den Streichelzoo. "Eine dritte sieht noch Mutterfreuden entgegen", bemerkte Leonhard Aistleitner. Der Zuchtwart des Kleintierzuchtvereins in der Sparte Hühner, kümmert sich auch um das meckernde Völkchen. Dieses wird gut versorgt, so dass Besucher nicht "zufüttern" sollten.

"Manche reißen einfach Blätter von umliegenden Sträuchern ab, ohne zu wissen, dass die Pflanzen giftig sind", warnt Aistleitner und fügt an: "Bis zum Gockelfest bleibt der Ziegen-Nachwuchs auf jeden Fall im Streichelzoo, danach geben wir die Tiere gerne in gute Hände ab." Ziegen eigneten sich als grasende "Landschaftspfleger" und würden von Pferden als Gesellschafter akzeptiert.

Auch die beiden Jungfernkraniche haben offenbar Gefallen aneinander gefunden. Nachdem ein Männchen leihweise dem Vogelpark Heddesheim überlassen wurde, kam es bei dem verbliebenen Kranich-Mann und dem hinzugekauften Weibchen zu ersten Annährungsversuchen. "Wir sind guter Hoffnung, dass es in absehbarer Zeit mit Kranich-Nachwuchs klappen wird", ist Leonhard Aistleitner überzeugt. Bei den Trauerschwänen hat es in Sachen Nachwuchs schon geklappt. Während die Eltern ein schwarzes Federkleid tragen, woher der Bezeichnung Trauerschwan rührt, fuseln die Kleinen noch im grauen Flaumkleid ihrer Mama nach.

Etliche Nummern kleiner sind die Küken, die in den fünf Brutapparaten der Kleintierzüchter das Licht der Welt erblicken. Mit dem Eizahn sprengen die Minis ihre enggewordene Behausung und kämpfen sich aus der Schale. Während der Brutsaison ist Brutwart Helmut Stein ein gefragter Mann.

Neben den Edinger Geflügelzüchtern nutzen Züchter aus der gesamten Region die Möglichkeit, um ihre Hühner-, Gänse- und Enteneier in den Brutapparaten des Kleintierzuchtvereins ausbrüten zu lassen. Vorrangig sind es allerdings Hühnereier, die gebracht werden. Jedes Eier-Sortiment wird mit einer Nummer gekennzeichnet, damit der jeweilige Züchter nach dem Schlupf auch seine Küken erhält. "Es ist immer wieder ein faszinierendes Erlebnis, wenn es zu wuseln beginnt", gesteht Stein. Für die kleinen Piepser war der Kampf aus der Schale allerdings ein Riesenkraftakt von dem sie sich erst einmal erholen müssen.