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Fußball Torjäger Modeste trifft beim 4:2 über Berlin dreifach

König von Köln

Köln.Für seinen Torhüter ist Anthony Modeste "wichtiger als Aubameyang oder Lewandowski", für seinen Trainer dagegen demonstrativ "ein Spieler wie jeder andere". Nach der erneuten Gala des Franzosen und einem Dreierpack (35./37./62.) beim 4:2 (3:0) des 1. FC Köln gegen Hertha BSC reichten die Kommentare über Anthony Modeste von der Helden-Verehrung bis zur demonstrativen Helden-Verweigerung.

"Was Anthony leistet, ist höher zu bewerten als die Treffer-Zahl seiner Rivalen", sagte Torhüter Timo Horn mit Blick auf den Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang und den Münchner Robert Lewandowski - Modestes Konkurrenten im Kampf um die Torjäger-Kanone. "Lewandowski zum Beispiel bekommt pro Spiel sechs oder sieben Chancen auf dem Silbertablett serviert", erläuterte Horn. "Tony muss sich das alles erarbeiten. Deshalb muss man das noch ein Stück höher einschätzen."

Trainer Peter Stöger war der Hype um seinen abermaligen Matchwinner dagegen ein Dorn im Auge. "Für mich ist er ein Spieler wie jeder andere", betonte der Österreicher und bemühte sich dabei um einen möglichst ernsthaften Gesichtsausdruck: "Jeder hat seine Aufgabe. Sein Hauptjob ist es zu treffen, und das erfüllt er im Moment."

Das aber so gut, dass der FC angesichts von nur drei Punkten Abstand auf die fünftplatzierten Berliner von der ersten Europacup-Qualifikation seit 25 Jahren träumen kann. Und auch so gut wie seit 32 Jahren kein Stürmer mehr in Köln. Mehr als die 22 Treffer von Modeste schaffte am Saisonende im FC-Trikot zuletzt Klaus Allofs mit 26 Toren in der Spielzeit 1984/85: "Und es sind ja noch neun Spieltage", betonte Horn: "Wir wissen nicht, was wir ohne Tony machen würden."

Dem chinesischen Klub Tianjin Quanjian wäre der Torjäger im Februar 50 Millionen Euro wert gewesen. Dem FC aber auch, denn er lehnte das Angebot ab. Doch für Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps reichen die Argumente immer noch nicht aus. Unter der Woche nominierte er den 28-Jährigen, der immer noch auf sein erstes Länderspiel wartet, schon wieder nicht. (dpa)