Heidelberg

Gemeinderat Kameras an Bahnhof und Bismarckplatz

Videobilder zweier Plätze der Stadt

Heidelberg.27 Ja-Stimmen, 15 Nein-Stimmen bei einer Enthaltung: Der Heidelberger Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich für die Einführung einer Videoüberwachung auf dem Bismarckplatz und vor dem Hauptbahnhof gestimmt. 120 000 Euro kostet die Anschaffung und Installation der Kameras.

Fünf Geräte werden es insgesamt sein - drei davon auf dem Willy-Brandt-Platz. Das Material, das sie einfangen, soll nach 48 Stunden gelöscht werden. Weil an beiden Standorten noch Glasfaser- und Stromkabel verlegt werden, wird sich der Start der Aufnahmen wohl bis 2018 hinziehen.

Alarmierende Kriminalstatistik

"Ich bin froh, dass die geplante Videoaufzeichnung eine breite Mehrheit im Gemeinderat gefunden hat", kommentierte Oberbürgermeister Eckart Würzner gestern die Entscheidung von Donnerstagabend. Die Zahl der Straftaten habe in der Stadt seit 2012 um 23 Prozent zugenommen. "Das können wir so nicht akzeptieren."

Das Argument, bei beiden Plätzen handele es sich um Kriminalitätsschwerpunkte, ließen die Kritiker nicht gelten. Für die Altstadt weise die Kriminalstatistik weit mehr Straftaten aus, betonte SPD-Rätin Irmtraud Spinnler, die eine "Kriminalitätsverlagerung in andere Bereiche" befürchtet.

"Videoüberwachung hilft, Straftaten aufzuklären", formulierte hingegen Alexander Föhr (CDU). "Jede verhinderte Straftat ist ein Erfolg", setzt auch Michael Eckert (FDP) auf Abschreckung. miro