Ilvesheim

Ilvesheim Die Insel-Gemeinde pflegt seit 23 Jahren eine freundschaftliche Verbindung mit der französischen Kommune Chécy

Partner musizieren vor dem Wahltag

Es passt, dass während unserer kleinen Serie aus Anlass der Präsidentschaftswahlen in Frankreich am kommenden Sonntag französische Partner zum Austausch auf der Insel weilen. Ist dies doch ein Beweis, dass die Jumelage zwischen Ilvesheim und Chécy lebt und mithin funktioniert. 19 Musikschüler samt Anhang sind seit Donnerstag bei ihren deutschen Freunden. Sie geben am morgigen Samstag in der Mehrzweckhalle ab 18 Uhr ein Konzert und reisen am Sonntag wieder ab. Unterstützung erfahren sie beim Konzertieren durch Ilvesheimer Musikschüler. Der Gegenbesuch ist bereits terminiert. Vom 25. bis 28. Mai sind Ilvesheimer Gäste bei ihren französischen Partnern.

Seit 1994 besteht die Partnerschaft zwischen den Gemeinden, die zahlreiche Ähnlichkeiten aufweisen. Beide sind von Wasser umgeben. Chécy liegt am Orléans-Kanal und an der Loire, sieben Kilometer süd-östlich von Orléans und 80 Kilometer nördlich von Paris. Nach Ilvesheim legen die Franzosen 636 Kilometer zurück, wie der Stein vor dem Rathaus der Inselgemeinde bekundet. Ein Teil von Ilvesheim ist bekanntermaßen umschlossen von Neckar und dem Neckar-Kanal, was der Kommune die Insellage einbringt. Beide Gemeinden zählen knapp 9000 Einwohner.

Wie Ilvesheim hat auch Chécy eine reiche Historie. Dem Rückzug der Römer aus Gallien im 4. Jahrhundert nach Christus zog der Legionär Caciacus ein Leben an der Loire vor und gründete die Siedlung Caciacum, die seit dem 15. Jahrhundert den französischen Namen Chécy trägt. An Ilvesheims Geschichte wurde im vergangenen Jahr bei den Feierlichkeiten zum 1250-jährigen Bestehen hinreichend erinnert. Mit von der Partie waren auch die französischen Partner, die beispielsweise beim Mittelaltermarkt in ihrer Burg Castel Noir Schaukämpfe demonstrierten. Es fand hier die Begegnung mit zahlreichen Ilvesheimer Vereinen statt. Ein ebenso reiches Vereinsleben zeichnet ja auch die Kommune an der Loire aus.

Väter der Jumelage

Die Väter der Jumelage sind die damaligen Bürgermeister Roland Esche und Gérard Lambert, der im Jahre 2013 leider gestorben ist. Esche und Lambert setzten am 15. Januar 1994 in einem proppevollen Ilvesheimer Feuerwehrgerätehaus ihre Unterschriften unter kunstvoll gestaltete Urkunden. Sie beendeten damit eine Brautschau und Werbephase, die bis ins Jahr 1984 zurückreicht. Dass Ilvesheim weiter seine Fühler nach einem Partner ausstreckte, war dem "MM" schon am 5. Mai 1984 zu entnehmen. Mit Castelginest (Frankreich), Raeren (Belgien) und einer Gemeinde in Tirol nannte die Zeitung drei Alternativen, unter denen die Vereinsvertreter die Wahl hätten.

Auch die Gemeinde Hermsdorf bei Dresden war zwischenzeitlich im Gespräch. Zur Gemeinde in den neuen Bundesländern pflegen der Angelsportverein und die Freiwillige Feuerwehr weiterhin Kontakt. Der ASV hat vom 28. April bis 1. Mai einen Besuch in Hermsdorf geplant. Die Gemeinde hat sich nach einer zweijährigen Prüfphase vor 23 Jahren für Chécy entschieden. Im Herbst 1992 trafen erstmals die beiden Bürgermeister Lambert und Esche in Ilvesheim aufeinander. Es folgten Begegnungen von Bürgern beider Kommunen sowohl auf deutschem als auch auf französischem Boden, die schließlich in den Hafen der Ehe führten.

Vertragspartner der Freundschaft sind bei beiden Gemeinden mit den Bürgermeistern an der Spitze, aktuell Andreas Metz und Jean-Vincent Valliès. Die Freundschaft wird unterstützt durch den Partnerschaftsverein Ilvesheim-Chécy (PIC) und das französische Comité de Jumelage. Geführt wird der PIC von der Vorsitzenden Sarah Nick-Toma und ihrem Stellvertreter Herbert Wagner. In Chécy übernehmen die Verantwortung die Präsidentin Claudine Grobol und ihr Vizepräsident André Duvaux. Am frühen Sonntag fahren die Franzosen wieder in die Heimat. Schließlich muss noch gewählt werden - eine Briefwahl gibt es nicht.