Jungadler gewinnen die Meisterschaft

Eishockey Jungadler gewinnen in der DNL auch dank der starken Leistung von Assistenz-Kapitän Gläser die Meisterschaft

Titel macht Lucas Oma stolz

Archivartikel

Bad Tölz.Die Fans auf den Rängen zählten die letzten Sekunden herunter. Als die Schlusssirene in der Tölzer Arena ertönte, gab es nach dem 5:1-Finalsieg gegen den EC Bad Tölz auf der Bank des alten und neuen deutschen Eishockey-Nachwuchsmeisters kein Halten mehr. Die Spieler der Jungadler stürmten in Richtung ihres Torhüters Enrico Salvarani und begruben ihn unter sich.

"Das war jetzt der 14. Titel insgesamt und der sechste in Folge", war Jungadler-Cheftrauber Frank Fischöder nach einer nicht immer einfachen Saison mit dem Schlussspurt seiner Jungs sehr zufrieden. "Wir haben schon beim 3:0-Sieg im Halbfinale gegen Düsseldorf großen Wert auf unsere Defensivarbeit gelegt, das haben wir auch im Finale gegen Bad Tölz getan. Außerdem haben wir unsere Chancen gut genutzt", lobte der 45-jährige den Auftritt seines Teams beim Final Four in Bad Tölz.

Einer machte am Sonntag da weiter, wo er beim 3:0 gegen Düsseldorf aufgehört hätte: Luca Gläser war im Finale an allen Toren beteiligt und wurde im Anschluss als bester Spieler geehrt. "Darf ich schnell noch mit meiner Oma sprechen?", bekam der 18-Jährige aus Bad Schlema (Sachsen) vor dem Siegerinterview gerade von seinem Opa das Smartphone gereicht. "Sie sagt, sie ist sehr stolz auf mich", wurde das Grinsen im Gesicht des frischgebackenen deutschen Meisters immer breiter.

Bad Tölzer siegt in Bad Tölz

Eine weitere ganz besondere Geschichte schrieb der Eishockeysport am Sonntag für Yannik Valenti, der schon am Samstag nach dem gewonnen Halbfinale gegen Düsseldorf einen großen Wunsch hatte. "Ich bin hier in Bad Tölz geboren. Es wäre eine unglaubliche Sache, im Finale in Bad Tölz gegen Bad Tölz zu spielen und den Titel zu gewinnen." Dieser Traum sollte etwa 24 Stunden später in Erfüllung gehen.

Valenti selbst brachte die Blau-Weiß-Roten vor den 1265 Zuschauern mit dem frühen Überzahltor zum 1:0 (6.) auf die Siegerstraße. Auch für den gebürtigen Mannheimer Salvarani war es ein ganz besonderer Moment, denn obwohl der 18-Jährige persönlich schon Meistertitel Nummer vier sammelte, stand er in der DNL doch erstmals als Nummer eins im Brennpunkt des Geschehens. "Mit den Schülern habe ich vor Jahren schon mal hier in Bad Tölz im DM-Finale gegen Bad Tölz gespielt und verloren. Davor habe ich ganz schlecht geschlafen, das war jetzt ganz anders."

Dass die Saison des DNL-Teams der Jungadler auch ihre Tiefen hatte, bekam Kapitän Samuel Soarmies am eigenen Leib zu spüren, der zweimal nach Maßnahmen mit der deutschen U 20-Nationalmannschaft mit einer Verletzung nach Mannheim zurückgekehrt war. "Das war sicherlich keine leichte Zeit, aber Luca Gläser hat mich gut vertreten, und ich konnte ab den Play-offs wieder eingreifen und jetzt hier zusammen mit den Jungs den Titel holen."

Ein Happy End war der Schülerbundesliga-Mannschaft der Jungadler nicht vergönnt. "Nachdem wir in der Hauptrunde und den bisherigen Play-offs ungeschlagen blieben, war das ausgerechnet im Finale unsere erste Niederlage", wurden der U 16 von Trainer Christian Lorch beim 1:3 gegen die Starbulls Rosenheim die vielen ausgelassenen Tormöglichkeiten zum Verhängnis. "Man hat die Nervosität bei uns gespürt und da hätte uns ein Tor im ersten Drittel sicher gut getan", meinte Lorch.