Kultur

Pop Berliner Band Dota

Schöne Traurigkeit

Die letzten Töne des verwunschen schimmernden Stückes "In meinen Träumen" sind gerade verklungen, als Dota Kehr bekennt: "Ich habe irgendwann gemerkt, dass ich am liebsten immer nur traurige Lieder schreibe." Die Erkenntnisfolge: "Das ist ja schwer auszuhalten", meint die Berliner Sängerin, woraufhin sie begonnen habe, eine zweite Art von Songs zu schreiben - die sie in der Kategorie "beängstigend" verortet.

Die wunderbar irrlichternde Paranoia-Polka "Zimmer" gibt den Besuchern im gut gefüllten Mannheimer Capitol sogleich eine beredte Vorstellung, was sie damit meint. Nun ist die Traurigkeit voller Gefühl, Poesie und Esprit und alle Ängstlichkeit beseelt von mutiger Lebenslust, in der fabelhaften musikalischen Welt der Dota Kehr - auch bekannt unter ihrem früheren Alias Kleingeldprinzessin.

Stilistische Vielfalt

Für ihre "Mit Pauken und Trompeten"-Tour hat die Liedermacherin den Kreis ihrer Band (die gleichfalls auf den Namen Dota hört, vormals auch unter Stadtpiraten firmierte) - Jan Rohrbach an der Gitarre, Janis Görlich am Schlagzeug und Jonas Hauer am Keyboard - um Maria Schneider am Vibraphon sowie drei Blech- und Holzbläser erweitert.

Das erweist sich als blendende Idee, wird damit doch die Möglichkeit geschaffen, ein feines Stück wie "Monster" in bester Schauer-Vaudeville-Manier nach Art des Hauses Brecht/Weill klangvoll tollen zu lassen. Der wohlig funkelnde Reggae von "Trägst du mich?", das ungestüm stiebende "Rennrad", das drängend-poppige, blitzartig auflodernde "Mantel". Wenn sich so also traurig und beängstigend anfühlt, dann wollen wir mehr davon! Auch empfehlenswert: der Speyerer Songwriter Ulrich Zehfuß, der im Vorprogramm auftrat.