Ladenburg

Ladenburg Interview mit dem designierten Bürgermeister der Römerstadt / Finanzlage als wichtigstes Thema

Stefan Schmutz: "Das wird keine einfache Diskussion"

Am 3. April wird Stefan Schmutz als Bürgermeister von Ladenburg vereidigt. Im Vorfeld sprachen wir mit ihm über seinen geplanten Umzug in die Römerstadt, über die Finanzsituation und über seine ersten Amtshandlungen.

Wann ziehen Sie von Mannheim nach Ladenburg?

Stefan Schmutz: Ich habe immer gesagt, dann, wenn sich eine Gelegenheit bietet. Wir suchen eine Wohnung in Ladenburg. Aber der Umzug kann frühestens 2018 erfolgen. Wir haben nämlich in Mannheim ein eigenes Haus, mein Elternhaus. Und da stellt sich natürlich die Frage der Nachnutzung.

Sie haben sich seit Ihrer Wahl im Januar besser mit den Verhältnissen in Ladenburg vertraut gemacht. Wie sind Ihre aktuellen Eindrücke?

Schmutz: Ich habe mich etwas warmgelaufen und bin Rainer Ziegler sehr dankbar, dass ich an Sitzungen und Gesprächen teilnehmen konnte, um einen ersten Einblick zu erhalten. Mit Bewertungen halte ich mich noch zurück, weil der Eindruck nicht umfassend ist.

Die finanzielle Lage der Stadt ist miserabel. Was tun?

Schmutz: Ich bin über die laufenden Haushaltsberatungen informiert. Die Ausgangssituation ist herausfordernd. Was mir große Sorgen bereitet, sind die laufenden Kosten, die nach rückläufigen Einnahmen nun größtenteils über Grundstücksverkäufe finanziert werden und somit den Spielraum für Investitionen stark einschränken. Ich denke, wir brauchen eine zielgerichtete Diskussion darüber, was wir uns leisten wollen und können und wo wir Investitionsschwerpunkte setzen, auch um die Finanzlage zu stabilisieren - zum Beispiel die zügige Entwicklung der Nordstadt, um neue Einwohner zu gewinnen. Darüber hinaus gilt es, die Pflichtaufgaben und die Instandhaltung bzw. Anpassung der öffentlichen Infrastruktur nicht zu vergessen. Die Lobdengauhalle muss saniert werden. Es gibt einen steigenden Bedarf an Ganztagsplätzen im frühkindlichen Bereich und den Wunsch nach einer Erweiterung von Schulgebäuden oder den Wunsch nach zusätzlichen Parkplätzen, um nur einige weitere Themen zu nennen. Das lässt sich nur schrittweise umsetzen, wenn ausreichend Investitionsmittel zur Verfügung stehen.

Wie wollen Sie die Probleme im Verwaltungshaushalt angehen?

Schmutz: Ich kann nicht von Außen kommen und ohne Hintergrundinformationen Entscheidungen treffen. Ich werde mir zunächst ein genaues Bild machen, Fragen stellen, wo was ausgegeben wird und auch Vergleiche ziehen, wie andere Kommunen in Bezug auf den Verwaltungshaushalt aufgestellt sind. Im Anschluss gilt es, Vorschläge zu erarbeiten und nut dem Gemeinderat zu erörtern, wie die strukturellen Probleme im Verwaltungshaushalt gelöst werden können. Das wird keine einfache Diskussion, aber ich bin zuversichtlich, dass wir zu tragfähigen Lösungen kommen werden.

Glauben Sie, dass die Krise im Bewusstsein der Bevölkerung angekommen ist?

Schmutz: Ich glaube schon. Ich bin im Wahlkampf aufgetreten mit der Ansage, dass ich nichts verspreche, was ich nicht halten kann. Ich sehe es als Auftrag, Zukunftsperspektiven zu entwickeln und nicht, den Status quo zu verwalten. Alle sollen ihren Beitrag dazu leisten. Und in ersten Gesprächen habe ich die Bereitschaft wahrgenommen, die Verantwortung gemeinsam zu tragen.

Ihre ersten Amtshandlungen?

Schmutz: Als erstes werde ich den Kontakt mit den Mitarbeitern suchen. Dann möchte ich auch Gespräche mit den Nachbarkommunen führen.

Werden Sie das Bürgermeisterzimmer umgestalten?

Schmutz: Mein Interesse war es, möglichst viel vom Mobiliar zu erhalten. Deshalb bleiben zum Beispiel der Schreibtisch und der Besprechungstisch. Lediglich Stühle werden neu angeschafft. Das Zimmer selbst ist bereits übergabereif, und auch die Malerarbeiten sind abgeschlossen. Allerdings fehlen an den Wänden noch ein paar aussagekräftige Bilder.