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Verkehr Eines der größten Verkehrsprojekte Baden-Württembergs soll 2021 fertiggestellt sein / Gestern Spatenstich an Kriegsstraße

Nächste Phase bei Mega-Baustelle in Karlsruhe

Karlsruhe.Im Schatten der Bäume flanieren Fußgänger, Radfahrer treten in die Pedale, das eine oder andere Auto fährt durch die Allee, und dazwischen rollen Straßenbahnen auf Rasengleisen. Noch ist das eine Zukunftsvision für die Karlsruher Kriegsstraße. Derzeit brettern täglich an die 60 000 Autos über die teils sechsspurige Betonpiste der zweitgrößten Stadt Baden-Württembergs. In gut vier Jahren soll Schluss damit sein.

Gestern ging das milliardenschwere Karlsruher Stadtbahnprojekt Kombilösung in die nächste Phase. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) und Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) setzten den ersten Spatenstich für den Umbau der Kriegsstraße. Aus Sicht des Ministers bringt das größte gemeindefinanzierte Bauprojekt deutliche Verbesserungen für die Stadt. Sauer stößt ihm aber die Kostenexplosion bei öffentlichen Bauvorhaben auf. "Es ist schwer hinnehmbar, dass öffentliche Projekte doppelt und dreifach so teuer werden wie geplant." Hermann spielte damit auf die Verdoppelung der Kosten auf eine Milliarde Euro bei dem Karlsruher Projekt an, aber auch auf das umstrittenere und sehr viel teurere Bahnprojekt Stuttgart 21. Er forderte für künftige Vorhaben eine ehrliche Kalkulation.

Projekt läuft seit sieben Jahren

Zur Karlsruher Kombilösung steht er gleichwohl und betonte: Wenn eine Bauentscheidung gefallen sei, komme es darauf an, ein Vorhaben schnell zu Ende zu bringen. Er habe sich deshalb "ziemlich geärgert", dass der Bundesrechnungshof mitten im Bau Bedenken an der Wirtschaftlichkeit angemeldet habe. "Das geht gar nicht."

Die Kombilösung stand wegen der Rechnungshof-Zweifel eine Zeit lang auf der Kippe. Das Vorhaben besteht aus einem Straßenbahntunnel unter der Innenstadt und dem Umbau der südlich davon verlaufenden autobahnähnlichen Kriegsstraße. Sie soll zu einem Boulevard werden mit einem Autotunnel und einer neuen Straßenbahntrasse. "Vor uns liegt eine weitere große Herausforderung", sagte Oberbürgermeister Mentrup auch mit Blick auf die Verkehrsführung. An dem Megaprojekt Kombilösung wird seit mehr als sieben Jahren gebaut. Ende 2021 soll es fertig sein. lsw

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