Leserbrief

Zum Thema Zehn-Minuten-Takt der Stadtbahn-Linie 4

Nur ein Anfang

Es ist tatsächlich eine langjährige Forderung des Bezirksbeirats Wallstadt, dass für junge Familien, Schüler und Berufspendler ein Zehn-Minutentakt auf der Linie 4 auch auf dem Abschnitt zwischen Käfertal über das Rott und Vogel-stang-West nach Wallstadt gefahren wird. Dies wurde von der Stadt auch seit über zehn Jahren immer wieder in Aussicht gestellt.

So wurde etwa jungen Familien das Bauen im Neubaugebiet Wallstadt-Nord um 2000 damit schmackhaft gemacht, dass "bald" ein Zehn-Minutentakt gefahren werden könnte, nachdem bereits 1999 der Streckenabschnitt zwischen Käfertal und Wallstadt zweigleisig ausgebaut worden war. Der Parkraum in Wallstadt-Nord wurde laut Aussage der Stadt Mannheim gegenüber den Bezirksbeiräten sogar absichtlich knapp bemessen, um Anreize zum Umstieg auf die Straßenbahn zu schaffen, da das Baugebiet sich ökologisch nennt. Da passt es nicht wirklich, wenn die Bahn nur alle 20 Minuten fährt.

Da keine Zweirichtungsfahrzeuge angeschafft werden sollten, war für einen Zehn-Minutentakt auch noch der Bau der Wendeschleife nötig, der sich seit einigen Jahren jeweils um ein Jahr verschob. Da ist es sehr erfreulich, dass diese nun am 6. Dezember endlich und gerade noch pünktlich drei Tage vor dem Fahrplanwechsel eingeweiht werden konnte. Allein: Der Zehn-Minutentakt ist damit noch lange nicht eingeführt, auch nicht im Mindestmaß.

Der Zehn-Minutentakt in den Zeitfenstern reicht jedoch bei weitem nicht aus: Wallstadt hat keine weiterführende Schule mehr und die Schüler müssen aus anderen Stadtteilen in der Mittags- bis Nachmittagszeit zurückfahren. Hier ist ein 20-Minutentakt ebenso wenig zumutbar wie in der Zeit bis mindestens 20.30 Uhr, da hier viele Berufstätige heimkehren.

Da bereits seit den 1980er Jahren ein Zehn-Minutentakt für ganz Mannheim geplant wurde (Konzept MVG2000), sollte nicht dahinter zurückgefallen werden, wenn jetzt nach vielen Jahren ein Zehn-Minutentakt technisch möglich ist.

Auf meine Anfrage hierzu im Bezirksbeirat Wallstadt von Januar 2012 liegt mir jedoch trotz vielfacher Nachfragen bis heute keine Antwort der Verwaltung vor. Ein ausreichender Zehn-Minuten-Takt hätte den angenehmen Nebeneffekt, die Unzahl von Fußnoten im Fahrplan zu verringern. In Richtung Innenstadt sind es derzeit 13 Fußnoten, die bis in das gedruckte rnv-Logo hineinreichen. Lesbar und nutzerfreundlich ist das nicht gerade.