Mannheim

Auf Taten kommt es an

Anke Philipp über die lokale Stadterneuerung

Die Neckarstadt-West, das ist klar, hat eine soziale und städtebauliche Aufwertung dringend nötig. Und auch im Jungbusch gilt es, Antworten auf drängende Fragen zu geben. Anhaltende Armutszuwanderung, Kriminalität, die Radikalisierung bestimmter Gruppen, der brüchige soziale Zusammenhalt, Ausbeutung und der Kampf von Mietern gegen das Verdrängen aus dem eigenen Viertel sind nur einige Aspekte einer Entwicklung, die mächtig Gefahren birgt und nicht ignoriert werden darf. Handeln tut seit langem not. Die Stadt hat dies erkannt. Gut so.

Mit der beim Oberbürgermeister angesiedelten "Lokalen Stadterneuerung" hat die Kommune eine Basis geschaffen, um vernetzt mit den Kräften vor Ort zu agieren. Ein überfälliger Schritt, der den Blick nicht nur auf die Konversionsflächen am Rande der Stadt lenkt, sondern auch auf die Prozesse im Kern. Dabei stehen die Verantwortlichen nicht mit leeren Händen da. Im Gegenteil: Es gibt viele Vorschläge zur städtebaulichen und sozialen Aufwertung, die in den letzten Jahren in den Quartieren erarbeitet wurden - wie etwa die Umgestaltung des Neumarktes oder die die Aufwertung des Neckarvorlandes. Nun kommt es darauf an, Dinge in die Tat umzusetzen, um die Stadtteile zu stabilisieren und für die Bewohner die Lage zu verbessern. Dabei ist es mit einem Spielmobil im Sommer auf der Neckarwiese nicht getan, um etwa die erneut aufkommende Drogenszene zu verhindern. Das Neckarwiesen-Konzept, das Sozio-Kultur-Fest Nachtwandel, mehr Personal im Gemeinschaftszentrum Jungbusch, die Nutzung der Immobilie in der Hafenstraße 66: Schon bald wird man sehen, ob die Stadt es wirklich ernst meint mit der lokalen Stadterneuerung.

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