Mannheim

Spende IGMH-Schüler übergibt Kinderkrebsstation 1500-Euro-Scheck und viele Geschenke / Schicksal einer Freundin vor Augen

"Das hat der Rouven toll gemacht"

Archivartikel

Mit diesem Erfolg hat Rouven Gruber nicht gerechnet. "Ich dachte, vielleicht kommen 500 Euro und ein Karton voll Sachspenden zusammen", erzählt der 14-Jährige. Doch jetzt steht er auf der Kinderkrebsstation im Klinikum vor einem großen Tisch, auf dem sich Spielzeuggeschenke türmen. Er hat auch einen Scheck mitgebracht. Darauf steht die stolze Summe: 1564 Euro.

Das ist noch nicht alles. Eine größere Geldspende geht auch an eine alleinerziehende Mutter. Deren Tochter, die mit Rouven befreundet war, ist vor Jahren an Krebs gestorben. Ihr Bruder leidet ebenfalls an einer chronischen Krankheit.

Unternehmen angeschrieben

Diese Familie kam Rouven in den Sinn, als er im Herbst auf dem Klassensprecher-Seminar der Integrierten Gesamtschule Mannheim-Herzogenried (IGMH) in Worms war. "Da nehmen wir uns immer ein soziales Projekt vor", sagt Lehrerin Nathalie Kersten. Und auf Initiative Rouvens wurde es diesmal die Spendenaktion für die alleinerziehende Mutter und die Kinderkrebsstation.

"Wir haben ihn alle dabei unterstützt", erzählt Pia Siegmann, die Zweite Schülersprecherin, "aber den größten Teil hat schon der Rouven übernommen." Der Achtklässler schildert, wie er Spielzeugfirmen anschrieb und um Unterstützung warb, Geldspenden bei Lehrern, Bekannten oder Geschäftsleuten einsammelte. "Zwischendurch war ich jeden Tag damit beschäftigt."

Die Mühe hat sich gelohnt. "Das hat der Rouven toll gemacht", lobt Stefanie Rapp von der Schulleitung. Dies sehen die Kinder auf der Krebsstation ganz ähnlich. Die Jungen und Mädchen, die gerade im Spielzimmer sind, dürfen je ein Geschenk auspacken. Zum Vorschein kommen etwa ein Ritter und ein Geschicklichkeitsspiel. "Die reichen ja bis Weihnachten", freut sich Stationspsychologin Ulrike Just. "Du musst uns noch sagen, was wo drinnen ist, damit wir jedem Kind das Passende geben können", bittet sie Rouven. Dessen enormen Einsatz weiß auch Matthias Dürken zu würdigen, der Leitende Oberarzt. "Eine so hohe Spende von einem Schüler haben wir noch nie bekommen."

Rouven lächelt schüchtern, aber stolz. Und eines hat er sich fest vorgenommen: "Das wird garantiert nicht meine letzte Spendenaktion gewesen sein."