Polizeieinsatz

Polizeieinsatz Gewerkschaften äußern sich nicht zur Ermittlung

"Kollegen sind sehr gut ausgebildet"

Nach dem Polizeieinsatz in der Zielstraße auf dem Gelände eines Getränkemarktes, bei dem ein Hund getötet und ein Gefesselter geschlagen wurde (wir berichteten mehrfach), weisen die Mannheimer Polizei-Gewerkschaftschefs die Kritik - vor allem aus dem Internet - zurück, dass die Ausbildung der Beamten schlecht sei. Viele Nutzer haben dies abgeleitet, weil die Polizisten unkontrolliert auf den Hund geschossen hätten. Thomas Mohr von der Gewerkschaft der Polizei: "Unsere Kollegen sind sehr gut ausgebildet." Auch Dirk Neitzke von der Deutschen Polizeigewerkschaft bestätigt dies. "Unsere Ausbilder machen einen guten Job." Zu den laufenden Ermittlungen der Vorfälle in der Nacht zum 8. Mai wollen sich beide aber nicht äußern.

Anderer Fall vor Gericht

In einem anderen Fall von mutmaßlicher Körperverletzung im Amt muss der Prozess gegen einen Mannheimer Polizisten neu aufgerollt werden. Dem 28-Jährigen wird vorgeworfen, auf der Rheinau einen mit Handschellen gefesselten Mann mehrmals geschlagen zu haben. Mitte Februar war der erste Verhandlungstag vor dem Amtsgericht (wir berichteten), danach war der Richter allerdings länger krank, der Prozess konnte nicht weitergehen. Die Strafprozessordnung schreibt vor, dass binnen drei Wochen der nächste Termin folgen muss - ansonsten muss der Prozess komplett neu starten. Das ist in diesem Verfahren der Fall. Die Neuauflage beginnt am 23. Juni um 8.30 Uhr im Amtsgericht.

Der Polizist hatte zum Prozessauftakt zugegeben, dem Mann drei Faustschläge verpasst zu haben. Er habe sich wehren wollen, weil das Opfer zweimal versucht habe, ihm Kopfstöße zu geben. Seine damalige Streifenkollegin beteuerte im Prozess dagegen, dass es die Kopfstöße nicht gegeben habe. Sie hatte ihrem Vorgesetzten die Sache geschildert und damit die Ermittlungen ins Rollen gebracht. Das Opfer verweigerte im Prozess die Aussage.

Der 28-Jährige wurde nach dem Fall vom Dienst suspendiert. Er war noch nicht auf Lebenszeit verbeamtet. Bei einer Verurteilung droht ihm die Entlassung aus dem Polizeidienst. ena/imo

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