Wildgehege am Karlstern

Karlstern Bei Bisons liegt Ergebnis der Untersuchung vor

Mit Brötchen überfüttert

Mannheim.Die beiden Bisonbullen, die vor wenigen Tagen tot im Wildgehege am Karlstern aufgefunden worden waren (wir berichteten), sind an einer Art "inneren Vergiftung" gestorben. Sie sei "durch unkontrolliertes Überfüttern mit Kraftfutter - hier speziell Brot und Brötchen - durch Besucher verursacht" worden, so Stadtsprecher Kevin Ittemann. Bisons seien "besonders empfindlich für derartiges unkontrolliertes Überfüttern mit energiereichem Kraftfutter, an das ihr Organismus evolutionsbedingt nicht angepasst ist".

Ittemann stützt sich auf das Untersuchungsergebnis des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts. Demnach führte "eine akute Stoffwechselstörung, eine sogenannte Pansenazidose", zum Tod: "Durch die Stoffwechselstörung selbst und das durch sie verursachte überhandnehmende Wachstum von toxinbildenden Bakterien kommt es bei den betroffenen Tieren, bildlich gesprochen, zu einer sehr schnell verlaufenden ,inneren Vergiftung'", erklärte Ittemann.

Ausgesprochen bedauerlich findet es die Verwaltung, dass sich viele Besucher "trotz gut sichtbarer Hinweisschilder" nicht an das Fütterungsverbot für Wildrinder halte. "Sie werfen aus falsch verstandener Tierliebe Essensreste ins Bisongehege." Dass die fünf Kühe noch leben, sei auf die Dominanz der männlichen Tiere zurückzuführen. Die Lebensmittel würden "aufgrund der Rangordnung vorwiegend von den Bullen gefressen, was zu dem akuten Krankheitsgeschehen mit Todesfolge führte. Die Stadt prüft nun zum Schutz der Tiere ein generelles Fütterungsverbot für alle Tiergehege am Karlstern. 

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