Mannheim

Kinder-Uni Sprache als großes Rätselspiel im Technoseum

Wörtern und Sätzen auf der Spur

Archivartikel

Der Deutschunterricht ist für viele Grundschüler noch immer eines der Fächer, die nicht so beliebt sind. Es gibt viele Regeln, noch mehr Ausnahmen, und wieso muss man sich überhaupt mit etwas beschäftigen, was man sowieso schon kennt? Deshalb ist auch ein leichtes Raunen zu vernehmen, als Konstanze Marx vom Institut für Deutsche Sprache sagt: "Auf der Arbeit beschäftigen wir uns den ganzen Tag mit Deutsch." Viele der Kinder können sich das nicht wirklich vorstellen. Doch was die Professorin mit ihnen in den gut eineinhalb Stunden während der Kinder-Uni-Vorlesung im Technoseum macht, begeistert sie.

Dabei ist es eigentlich nichts anderes als Deutschunterricht, aber in einer sehr unterhaltsamen Form. Marx nimmt die Kinder mit auf eine Reise in eine andere Welt. Wer das Videospiel "Zelda" von Nintendo kennt, wird viel wiedererkennen. Alles beginnt, als das Institut, normalerweise in R3 untergebracht, eines Morgens nicht mehr da ist, wo es sein soll. Die Professorin findet einen Zettel in ihrer Handtasche, darauf steht, dass das Haus nach Hyrule teleportiert wurde. Um es wieder an seinen alten Platz zurückzubringen, muss das Triforce gefunden werden. Es besteht, zumindest in der Version von Marx, aus den drei Teilen Wort, Satz und Text.

Ab in die Grammatikhöhle

Das erste Rätsel, das die Kinder knacken müssen, ist das Wörterrätsel. In einer Truhe sind lauter verschiedene Wortfetzen untergebracht, die Kinder müssen erkennen, um was es sich handelt. Schnell wird klar: Vorsilben ändern die Bedeutung eines Wortes, Endungen bestimmen, ob es sich zum Beispiel um ein Nomen oder ein Verb handelt. Außerdem wird deutlich, welche Wörter veränderbar sind und welche nicht. Der erste Teil des Triforce: kein Problem.

Die Grammatikhöhle ruft hingegen schon eher Ekel hervor. "Igitt!" ist aus der letzten Reihe zu hören, als den Kindern dämmert, dass es jetzt um Subjekt, Objekt, Prädikat, um Kommas und Satzarten geht. Doch hier zeigt sich: Mit den richtigen Beispielen kann selbst Grammatik Spaß machen. Als schließlich verstanden ist, was den Unterschied zwischen "Wir grillen Opa" und "Wir grillen, Opa" ausmacht, ist auch der zweite Teil des Triforce eingesammelt.

Zuguterletzt geht es noch der Bedeutung von Wörtern an den Kragen. Welche unterschiedlichen Wörter gibt es für das Pferd? Sind sie eher positiv oder negativ? Wie Schuppen fällt es den Kindern von den Augen, als ihnen auffällt, welchen Einfluss die richtigen Wörter auf die Sprache haben. So ist auch der letzte Triforce eingesammelt und das Institut ist wieder an seinem alten Platz.

Den Kindern hat diese Reise in Zeldas Welt Spaß gemacht: "Es war verständlich und gut erklärt, eher wie ein Spiel", meinte Annick Asbeck. Und auch Jan-Elias Gehr hatte Spaß: "Wir haben sogar was für die Schule gelernt." Das dürfte Konstanze Marx ein Lächeln auf das Gesicht zaubern. Für sie war es das erste Mal, dass sie mit Kindern über das Thema Sprache geredet hat: "Sie sind sehr sensibel, wenn es um die Sprache geht. Häufig wird unterschätzt, wie viel sie wissen." Zelda hat sie ganz bewusst als Projektionsfläche ausgewählt: "Das Spiel ist einfach super bekannt, da kann man gut eine eigene Welt darin schöpfen."

Und die Professorin erinnerte auch daran, dass Sprache manchmal mit Vorsicht zu genießen sei: "Sprache ist das einzige Instrument, mit dem wir lügen können".