Tödlicher Unfall

Unfall Junge Frau wird in Edesheim von durchfahrender Bahn erfasst und getötet / Vater muss Unglück mitansehen

17-Jährige übersieht Zug

Edesheim."Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass hier vor ein paar Stunden ein Mensch gestorben ist", sagt Cem. Der 18-Jährige besucht gerade einen Freund in Edesheim und steht auf dem Bahnhof, wo nur die Reste des rot-weißen Absperrbandes an den tragischen Tod einer 17-Jährigen erinnern. Die junge Frau war nach Angaben der Polizeiinspektion Edenkoben (Kreis Südliche Weinstraße) gestern Morgen von einem Zug erfasst und getötet worden. Ihr Vater, der die Jugendliche zum Bahnhof gebracht hatte, musste den Unfall mitansehen. "Nach ersten Erkenntnissen wollte die junge Frau mit dem Zug nach Landau fahren", berichtet ein Polizeisprecher.

Schranken geschlossen

Die Schranken seien bereits geschlossen gewesen und der Regionalzug in Richtung Landau sei gerade in den Bahnhof eingefahren. "Die 17-Jährige ist trotz der geschlossenen Schranken auf die Gleise gegangen und wollte nach der Durchfahrt des Zuges hinter dem letzten Wagen vorbeigehen, um dann einzusteigen", fasst der Beamte den Ermittlungsstand zusammen. Um die Bahn passieren zu lassen, habe die junge Frau, auf den Gleisen stehend, abgewartet und dabei den durchfahrenden Zug in Richtung Neustadt übersehen. Der Regionalexpress erfasste sie um 5.48 Uhr mit einer Geschwindigkeit von rund 100 Stundenkilometern.

"Der Zug ist etwa nach 300 Metern zum Stehen gekommen", so der Sprecher. Die alarmierten Rettungskräfte konnten nichts mehr für die 17-Jährige tun. Der Vater, der seine Tochter zum Zug gefahren hatte, ist den Angaben zufolge Zeuge des Unfalls geworden. Der Mann sowie weitere Angehörige der Jugendlichen seien von einem Kriseninterventionsteam des Deutschen Roten Kreuzes betreut worden.

Bei der Unfallaufnahme, die einige Stunden dauerte, war auch die Bundespolizei Kaiserslautern vor Ort. Zudem sei die Staatsanwaltschaft Landau über das Unglück informiert worden. "Nähere Erkenntnisse haben wir derzeit nicht", bittet der Polizeisprecher um Verständnis. Die Staatsanwaltschaft Landau will den Unfallhergang prüfen, sobald alle Zeugen befragt sind.

Große Anteilnahme auf Facebook

Wenn sich die rot-weißen Halbschranken am Bahnhof der 2400-Einwohner-Gemeinde am Rand des Pfälzerwaldes schließen, leuchtet ein rotes Warnlicht über dem Andreaskreuz. "Manche gehen aber trotzdem noch dran vorbei, um zum Bahnsteig zu kommen", erzählt Cem, der hier häufig ein- und aussteigt. Am Nachmittag, während er und sein Freund Robin auf ihre Klassenkameraden warten, die aus Landau zum PC-Spielen vorbeikommen wollen, tut das niemand.

"Ich habe davon auf Facebook gelesen. Schrecklich!", sagt eine 20-Jährige, die in Heidelberg studiert. "Ich bin auch schon mal an der Schranke vorbeigelaufen", gibt sie zu. Die Anteilnahme in den sozialen Netzwerken ist groß: "Oh mein Gott. Mein tiefes Beileid den Angehörigen und ganz viel Kraft", schreibt Tanja Burghardt. "Ist das furchtbar! Mein Beileid den Angehörigen", formuliert Elke Sturm ihre Anteilnahme.

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