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Fußball Königsklassen-Pleite gegen Juventus trifft spanischen Renommierclub ins Mark - und am Sonntag wartet schon Real

Barcelona plagen Zukunftsängste

Barcelona.Bei Barça-Superstar Neymar flossen die Tränen in Strömen. An die Schulter von Gegenspieler und Landsmann Dani Alves gelehnt, heulte sich der Brasilianer nach dem verpassten Champions-League-Halbfinale aus.

Beim 0:0 im Viertelfinal-Rückspiel gegen Juventus Turin hatte der FC Barcelona mit Nationaltorwart Marc-André ter Stegen das 0:3 vom Hinspiel in Italien nicht wettmachen können. Auch der fünfmalige Weltfußballer Lionel Messi und die anderen Teamkollegen Neymars gingen gesenkten Hauptes vom Platz. "Das ist ein sehr harter Schlag", räumte Abwehrroutinier Gerard Piqué ein.

Das deutliche Scheitern gegen Weltmeister Sami Khedira und den italienischen Serienmeister stimmte die Katalanen nicht nur tieftraurig, es bereitet Barça auch Zukunftsangst. Die Madrider Sportzeitung "Marca", die zu Real Madrid hält, bezeichnete die Barcelona-Pleite am Tag danach groß auf Seite eins als "Begräbnis" und schrieb vom "Ende einer goldenen Ära". Aber auch die in Barcelona erscheinenden Blätter fanden sehr klare Worte: "Mundo Deportivo" sprach von einem "Alptraum", und "Sport" forderte eine "dringende Erneuerung" des Kaders.

Obwohl die Katalanen unter den 96 290 Zuschauern das Heimteam im ausverkauften Camp Nou unentwegt anfeuerten, hatten Messi, Suarez & Co. zu keiner Zeit den Hauch einer Chance gegen die "Alte Dame" aus Turin. Nur einer von 19 Schüssen ging aufs Tor. Messi blieb auch im dritten Spiel gegen Keeper Gianluigi Buffon ohne Treffer - so wie auch beim 3:1-Finalerfolg 2015 in Berlin.

La Liga als oberste Priorität

Schon am Sonntag steht der Clásico bei Real Madrid an. "Es ist ganz klar, das Aus wird Nachwirkungen haben, aber wir können in Madrid gewinnen", beteuerte Piqué. Barça steht zwar im spanischen Pokalfinale, aber nach dem Ausscheiden in der Königsklasse hat die Primera División oberste Priorität. Und dort hat der Titelverteidiger bei einem Spiel mehr drei Punkte Rückstand auf den Tabellenführer Real. Zeit zum Klagen und Hadern hat Barcelona nach dem dritten Viertelfinal-Aus der vergangenen vier Jahre in der Königsklasse also nicht - 2014 und 2016 war Atlético Madrid Endstation. dpa