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Gewichtheben Obrigheim startet heute beim Finale um die Deutsche Meisterschaft / Speyer ist Favorit

Eigentlich geht's nur um Silber

Die Maßgabe des AV Speyer ist klar: Die Pfälzer wollen am heutigen Samstag zum dritten Mal in Folge deutscher Mannschaftsmeister werden. Dafür haben sie sich die hübsch formulierte Aufforderung "Mission Triple" einfallen lassen - und kaum etwas spricht dagegen, dass ihr ehrgeiziges Vorhaben von Erfolg gekrönt sein wird. "Speyer ist haushoher Favorit", sagt Obrigheims Teamchef Edmund Ehrmann. "Die Mannschaft kann aktuell mehr als 1000 Punkte erreichen."

Für die beiden anderen Finalteilnehmer, den SV Obrigheim und den Berliner TSC, die sich bereits in zwei Halbfinalduellen gegenüberstanden, wird da nichts zu holen sein. Selbst wenn sich ein Athlet verletzen oder ein "Loch" (ungültige Versuche und null Punkte in einer Disziplin) produzieren sollte, dürfte der Vorsprung so üppig sein, dass am Sieg des AV Speyer nicht zu rütteln ist.

Dennoch gehen die Obrigheimer motiviert in den letzten Wettkampf der Saison 2016/17. Dass der Rivale aus der Pfalz unter den gegenwärtigen Umständen nicht zu schlagen ist, das hat sich die gesamte Runde über abgezeichnet. Während die Pfälzer mit ihren Olympia-Startern Almir Velagic, Jürgen Spieß, Alexej Prochorow und weiteren Nationalhebern bestens besetzt sind und recht sorgenfrei durch die Saison kamen, hat Obrigheim personell nie aus dem Vollen schöpfen können. So musste die Mannschaft komplett auf Matthäus Hofmann verzichten, der nach einer langwierigen Rückenverletzung nun an seinem Comeback arbeitet. Mehrfach fielen Alexander Oberkirsch und Adrian Müller aus, hinzu kam die vorläufige Suspendierung von Ion Jubirca wegen Dopingverdachts. In dieser Sache gibt es übrigens keine Neuigkeiten, der Rechtsausschuss des Bundesverbandes hat noch keine Entscheidung gefällt.

Angesichts der teils widrigen Bedingungen findet Ehrmann, dass "wir uns richtig gut geschlagen haben". Nach dem zweiten Platz in der Bundesliga-Staffel Süd-West und den beiden gewonnenen Wettkämpfen gegen Berlin zieht er schon jetzt eine erfreuliche Saisonbilanz. "In Speyer wollen wir noch mal alle Kräfte mobilisieren."

Rund 100 Obrigheimer Anhänger werden in der Domstadt ihre Gewichtheber unterstützen. Dabei steht hinter Adrian Müller ein Fragezeichen. Der zuletzt immer stärker gewordene Athlet hat sich vor Ostern den Fuß verstaucht und ist seither nur bedingt einsatzfähig. Ob er am Samstag auflaufen und heben wird, entscheidet sich wohl kurzfristig. Ganz sicher fehlen wird Alexander Oberkirsch, der gestürzt und aufs Handgelenk gefallen ist. Ans Hantelheben ist derzeit nicht zu denken, für den Mann aus Berlin ist die Saison früher als erhofft zu Ende. "Wenn man bedenkt, dass uns drei, vielleicht sogar vier Athleten im Endkampf fehlen werden, stehen wir leistungsmäßig immer noch ganz gut da", sagt Ehrmann.

Der Teamchef hofft, dass am Ende ein Ergebnis von nahezu 900 Punkten herauskommt. " Wir wollen auf jeden Fall das Beste herausholen und uns Silber sichern." Zumal ja der Berliner TSC mit EM-Medaillengewinner Robert Joachim durchaus für 850 Punkte gut ist und den Obrigheimern im Nacken sitzt.

Die voraussichtliche Aufstellung des SV Obrigheim: Gheorghii Cernei, Adrian Müller (oder Ruben Hofmann), Nico Müller, Jakob Neufeld, Marius Oechsle, Yannik Staudt. Ersatzheber: Sarah Döll, Philipp Hülser. rol