2:1-Sieg gegen Offenbacher Kickers

Fußball Regionalliga-Tabellenführer kommt erst nach einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit zum 2:1-Arbeitssieg gegen die Offenbacher Kickers

Frühes Tor bringt dem SVW keine Ruhe

Mannheim.Als der kräfteraubende 2:1 (1:1)-Sieg gegen die Offenbacher Kickers endlich unter Dach und Fach war, die Waldhof-Kicker mit ihren Fans gefeiert und sich die Gemüter auf und um den Platz wieder etwas beruhigt hatten (siehe untenstehenden Bericht), fand Marcel Seegert schnell seinen Humor wieder. "Das mit der Torjägerkrone wird schwer, Nicolas hat ja gleich wieder nachgelegt. Ich glaube nicht, dass ich ihn noch kriege", blickte der Innenverteidiger mit einem breiten Grinsen auf sein nun schon siebtes Saisontor (3.), dem Stürmer-Kollege Nicolas Hebisch nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Konstantinos Neofytos (34.) das spielentscheidende 2:1 (63.) und seinen mittlerweile elften Treffer in der laufenden Spielzeit folgen ließ.

Hebisch erneut der Matchwinner

Wie schon in der Vorwoche beim TuS Koblenz war der gebürtige Berliner mit seinem Killer-Instinkt vor dem gegnerischen Tor erneut der Matchwinner in einer Partie, die Trainer Gerd Dais wie vor sieben Tagen in der Rubrik "Arbeitssieg" ablegte. Doch auch für die eher mühevollen Auftritte gibt es schließlich drei Punkte, mit denen die Mannheimer ihre Tabellenführung untermauerten und vor der neuen Saison-Rekordkulisse von 10 083 Zuschauern im Carl-Benz-Stadion den nächsten Schritt Richtung Relegation machten.

Erstaunlich war dabei allerdings, dass der furiose Start mit zwei Chancen für Benedikt Koep und Seegerts Tor nach einer Ecke von Hassan Amin nicht die nötige Sicherheit gab. "Wir haben danach meistens einen Schritt zu wenig gemacht. Offenbach ist immer besser ins Spiel gekommen", räumte Kapitän Michael Fink ein.

Trainer Dais formulierte es drastischer: "Wir haben um den Ausgleich gebettelt." Der fiel dann zwar mit etwas Glück, weil der Ball noch leicht abgefälscht wurde, bevor er Konstantinos Neofytos vor die Füße fiel. Doch wie schon beim Hinspiel (1:1) tat der Grieche mit seinem Ausgleichstreffer den Blau-Schwarzen empfindlich weh.

"Zu diesem Zeitpunkt war das klar verdient", gab es für Offenbachs Trainer Oliver Reck in der Pressekonferenz nach der Partie keinen Widerspruch. Schließlich kamen die Waldhöfer mit dem flüssigen Spiel der Kickers kaum noch zurecht. Waldhof-Torwart Markus Scholz musste zuvor bereits gegen Serkan Firat retten (21.), der auf der linken Seite viel Spielraum hatte.

Vor allem im Waldhöfer Mittelfeld hatten Stützen wie Jannick Sommer, Gianluca Korte und Simon Tüting nicht ihren besten Tag erwischt, es hakte allerdings auch an der gesamten Grundordnung.

Kiefer bringt frischen Wind

"Da hatten wir zu große Lücken zwischen den Ketten", monierte Torschütze Seegert, Trainer Dais mangelte es an Entlastung für die letzte Reihe seiner Mannschaft. "Ich war froh, als Halbzeit war", sagte der 53-Jährige und nahm dann mit dem Tausch von Lukas Kiefer für Tüting die erste Änderung vor, die Wirkung zeigen sollte. Kiefer wirkte aggressiver und spielte den entscheidenden Pass auf Hebisch. Mit der Hereinnahme von Morris Nag (70.) gab es nach Waldhofs Führungstreffer zudem weitere Ballbehauptungsmentalität, als es darauf ankam.

"In der zweiten Halbzeit waren wir klar die bessere Mannschaft", meinte Kapitän Fink, der mit seinem Team eigentlich nur noch eine extrem brenzlige Situation überstehen musste, als Ihab Darwiche aus spitzen Winkel und aus vier Metern über das SVW-Tor zielte. (70.). "Da hat der Waldhof einfach mehr investiert", beschrieb OFC-Coach Reck Durchgang zwei - und Waldhof hatte eben seinen Goalgetter Hebisch.

"Dem genügt im Moment eine halbe Chance", freute sich Linksverteidiger Amin mit dem Kollegen aus der Offensivabteilung. Amin selbstwird nach der fünften Gelben Karte das nächste Spiel bei der U 23 des VfB Stuttgart verpassen, ist dann am 1. April gegen Wormatia Worms aber wieder mit dabei, weil seine Länderspieleinsatz mit der afghanischen Auswahl gegen Vietnam (28. März) da schon wieder Geschichte ist.

Für Offenbach gab es übrigens auch am Grünen Tisch keine Punkte, die Einspruchsverhandlung gegen den Neun-Punkte-Abzug aufgrund der Insolvenz im Mai 2016 am Samstag wurde verschoben, weil einer der Schiedsgerichtsmitglieder in einen Unfall verwickelt war.

Zum Thema