SV Waldhof Mannheim

Fußball Der Dusel-Sieg in Koblenz macht deutlich, dass der SVW trotz eines machbaren Restprogramms weiter viel investieren muss

Noch keine Zeit für Party-Modus

Archivartikel

Mannheim.Während Trainer Gerd Dais nach dem 1:0 (0:0)-Erfolg bei der TuS Koblenz noch von einem "dreckigen Sieg" sprach, entstand bereits das euphorische Kabinenbild, mit dem sich die Spieler des SV Waldhof blitzsauber geduscht und porentief rein der Online-Gemeinde präsentierten. "Der Spitzenreiter feiert" war das Foto in der rustikalen Koblenzer Kabine tituliert, ein Hauch von Aufstieg lag über dem Schnappschuss. Und auch wenn neun Spieltage vor Ende der Regionalliga-Saison noch nichts sicher ist, war der glückliche Sieg bei den "Schängeln" ein weiterer großer Schritt Richtung Relegation.

Das Bild sprach Bände, damit beim SVW aber noch niemand vorzeitig in den Party-Modus schaltet, bestimmen in den Gesprächen über Tabellensituation und Perspektiven weiter die mahnenden Stimmen. "In der aktuellen Situation liegt sogar eine Gefahr" sagt etwa Kapitän Michael Fink. "Das kann dazu verleiten, die letzten fünf oder zehn Prozent nicht mehr zu geben", pocht der Routinier auf volle Konzentration - vor allem mit Blick auf das vermeintlich lösbare Restprogramm.

In den noch ausstehenden acht Partien - den vorletzten Spieltag verbringt der SVW wegen der ungeraden Zahl an Mannschaften als Zuschauer - geht es abgesehen vom Heimspiel gegen den Vierten aus Saarbrücken nur noch gegen Teams, die sich in der Tabelle ab Platz neun nach unten einreihen - die drei Mannschaften auf den Abstiegsplätzen inklusive. "Aber gerade das sind die gefährlichsten Aufgaben, weil alle um den Klassenerhalt kämpfen und man auf keinen Fall nachlassen darf", betont der 35-Jährige, der dem nächsten Spiel gegen die Offenbacher Kickers (Sonntag, 14 Uhr) dagegen beruhigt entgegensieht. "Das Stadion wird voll sein, gegen Offenbach geht es immer um etwas Besonderes und im Hinspiel haben wir nicht gut ausgesehen. Da werden alle fokussiert sein", erwartet Fink keine Motivationsprobleme.

Wie schnell die Punkte weg sein können, war schließlich beim 0:1 in Kassel zu sehen, als nicht alle Waldhof-Kicker an ihr Limit kamen. "Das war vielleicht der richtige Warnschuss zu rechten Zeit", blickt Innenverteidiger Marcel Seegert nochmals auf den Dämpfer und nimmt den glücklichen Dreier in Koblenz deshalb natürlich gerne mit: "Das sind eben diese ekligen Spiele, die man braucht, um da zu bleiben, wo wir momentan sind."

Geht es nach Coach Dais, sollten Dusel-Siege wie der gegen die abwehrstarken Koblenzer im Liga-Endspurt allerdings die Ausnahme bleiben. "Wir müssen auswärts sicher besser spielen. Wir hatten zu viele Ballverluste und mussten großen Aufwand treiben, um das wieder zu begradigen", sah der 53-Jährige noch Luft nach oben.

Hausaufgaben für Kompp & Co.

Zugleich muss der Coach aber über das nächste Spiel hinausdenken und hat schon das Gerüst für den künftigen Kader im Kopf, der in der kommenden Saison das SVW-Trikot tragen soll. "Die Liste liegt bei Geschäftsführer Markus Kompp", antwortet Dais auf die Frage nach den Personalien, schließlich standen in der Startelf von Koblenz nicht weniger als sechs Spieler, deren Verträge am Saisonende auslaufen. Dazu kommen sechs weitere Waldhof-Kicker, darunter Leistungsträger wie Ali Ibrahimaj oder Offensiv-Joker Dennis Rothenstein. Dass dabei zweigleisig geplant werden muss, macht die Sache nicht leichter - selbst wenn sich einige Verträge im Aufstiegsfall automatisch verlängern würden. "Vollständige Klarheit haben wir sowieso erst Ende Mai", sagt der Trainer, dem allerdings wichtig ist, die ersten Papiere - auch mit Blick auf Begehrlichkeiten anderer Clubs - zeitig abzuarbeiten. Eine Deadline gibt es zwar nicht, doch Dais hat eine klare Vorstellung vom Ablauf: "So schnell wie möglich."

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