SV Waldhof

Fußball SVW-Geschäftsführer Kompp nimmt Stellung zu unschönen Szenen beim Regionalliga-Spiel

Waldhof weist Vorwürfe aus Offenbach zurück

Waldhof-Geschäftsführer Kompp nimmt Stellung zu unschönen Szenen beim Regionalliga-Spiel gegen Offenbach

Mannheim.Es war ein Fußballfest mit über 10 000 Zuschauern, einem spannenden Spiel plus Happy End für den SV Waldhof - bis auf der Haupttribüne des Carl-Benz-Stadions eine wüste Keilerei losbrach. Aus der Ferne war eine Menschentraube zu erkennen, Ordner rannten herbei. Waldhof-Kapitän Michael Fink sah sich genötigt, beruhigend einzuschreiten, ließ die Jubelfeier seiner Teamkollegen mit den Fans links liegen. Die Stimmung kippte binnen Sekunden von ausgelassen zu extrem angespannt. Was war passiert?

Nach Auswertung des Videomaterials kommen die Verantwortlichen des SV Waldhof zum Schluss, dass es zu einem Gerangel zwischen einem nicht im Kader stehenden Offenbacher Spieler und einem Zuschauer gekommen war. Die beiden Streithähne stürzten über Sitze, schließlich sei der Zuschauer am Boden liegend von dem OFC-Spieler gehalten und geschlagen worden. Im weiteren Verlauf hätten Ordner die Kontrahenten getrennt, ohne die Szenerie beruhigen zu können. Es hätte weiterhin Provokationen gegeben, OFC-Spieler hätten versucht, vom Platz aus auf die Tribüne zu gelangen. Dass es am Ende relativ glimpflich ausging, sei vor allem dem Ordnungsdienst zu verdanken, so die Waldhof-Verantwortlichen.

Geschäftsführer Markus Kompp hatte noch am Abend und in der Nacht nach dem Spiel Videoaufnahmen gesichtet und aussagekräftige Bilder an die Kollegen bei den Kickers geschickt. Als die von ihm erbetene Rückmeldung ausblieb, stattdessen die Offenbacher mit einer weiteren Einschätzung der Vorfälle an die Öffentlichkeit gingen, habe Kompp sich genötigt gesehen, selbst mit einer Pressemitteilung den von Kickers-Seite erhärteten Vorwürfen entgegenzutreten.

Unmittelbar nach den Ereignissen hatten OFC-Geschäftsführer Christopher Fiori und Trainer Oliver Reck von Angriffen auf ihre Spieler gesprochen, gestern ging die angekündigte Anzeige beim Sportgericht des Landesverbandes ein. Ein Vorgehen, das Kompp bedauert. "Mein erster Ansprechpartner sind die Verantwortlichen des OFC", sagt der Waldhof-Geschäftsführer, der den Vorfall am liebsten auf bilateralem Weg klären würde.

Die vorschnellen Urteile aus Offenbach, denen sich weite Teile der Medienlandschaft anschlossen, findet Kompp schade. So oder so würden die Geschehnisse ein "schlechtes Bild" vom Waldhof zeichnen, eines, das in dieser Form der Vergangenheit angehören sollte: "Der Fußball braucht Emotionen, aber diese gehören auf den Platz." Den Vorwurf der eigenen Fans, mit der ersten Erklärung inklusive Distanzierung von den Vorkommnissen habe man ein unnötiges Schuldeingeständnis formuliert, ließ Kompp nicht gelten: "Wir mussten reagieren und haben das meiner Meinung nach auch in der gebotenen Form getan."

Kickers widersprechen vehement

Der OFC reagierte gestern Abend nochmals und widersprach in einer Stellungnahme auf der Club-Homepage der Darstellung des SV Waldhof "vollumfänglich". Es sei "irritierend und schlichtweg falsch, dass seitens Waldhof Mannheim die Initiierung der Auseinandersetzung bei den Spielern des OFC verortet wird. Die Überschreitung der Grenze, respektive die Anwendung von physischer Gewalt, ging ganz klar von Mannheimer Fans aus."

Dass der SVW innerhalb von noch nicht einmal 24 Stunden zu einem solchen "Ermittlungsergebnis" in Form einer Pressemitteilung komme, sei für den OFC äußerst befremdlich.