Wirtschaft

Knorr-Bremse Längere Frist für Übernahme beantragt

Skepsis bei Haldex in Heidelberg

Heidelberg.Die IG Metall Heidelberg und der Betriebsrat des Autozulieferers Haldex haben gestern skeptisch auf die mögliche weitere Verlängerung der Frist für eine Übernahme durch den Bremsenhersteller Knorr-Bremse reagiert. "Diese Hängepartie und Unsicherheit für Haldex dürfte zu einer weiteren Schwächung führen, nachdem schon im vierten Quartal 2016 erstmals seit Jahren wieder Verluste geschrieben wurden", sagte ein Gewerkschaftssprecher auf Anfrage. Haldex hat ein Werk in Heidelberg mit gut 100 Mitarbeitern.

Einen Tag zuvor hatte Knorr-Bremse mitgeteilt, dass man mehr Zeit für Gespräche mit den Kartellbehörden brauche, um deren Zustimmung zur geplanten Übernahme des schwedischen Wettbewerbers Haldex zu bekommen. Daher habe der Konzern bei der schwedischen Börsenaufsicht SSC eine Verlängerung der Annahmefrist vom 16. Juni auf den 26. September beantragt, teilte das Management am Mittwoch mit. Ziel sei es, die Chancen einer Kartellfreigabe zu verbessern. Knorr-Bremse will Haldex für rund 580 Millionen Euro übernehmen, die Mehrheit der Aktionäre haben die Münchener bereits auf ihrer Seite. Doch die kartellrechtlichen Hürden sind hoch.

Auch die IG Metall Heidelberg bekräftigte gestern ihre Bedenken: Man habe weiterhin Zweifel, dass Knorr-Bremse Haldex tatsächlich erwerben und fortführen will. Denn als Weltmarktführer brauche man den kleineren Konkurrenten eigentlich gar nicht.