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Schwetzinger Zeitung

Gesellschaftskritik: Im Land der Gespensterdiskussionen und der Zerrbilder

Geiz ist eben nicht geil

Wenn weder Wulff, Euro-Krise noch FDP-Absturz zur Diskussion stehen, werden unsere Essgewohnheiten, Erziehungsmethoden oder Nachbarschaftskriege im TV zerpflückt. Gesellschaftskritische Wasserstandsmeldungen mit dem Brot-und-Spiele-Niveau eines Dschungelcamps legen sich da wie Opium an das Brett vor dem Kopf der Zuschauer. Einziger Rechtfertigungsgrund: die Quote (Kohle).

 

Banken- und Finanzkrise: Der Staat besteuert zu niedrig und erlaubt Luftbuchungen

Die Verursacher profitieren

Während die weltweite Banken- und Finanzkrise, die derzeit zur Eurokrise uminterpretiert wird, in ihr fünftes Jahr geht, bleiben die Ursachen wie die private Geldschöpfung der Banken, die viel zu niedrige Besteuerung großer Vermögen und Steueroasen weiter tabu. Anstatt eines Sparkommissars für Griechenland wäre ein Überwacher für die Schweiz angemessener.

 

Adler-Areal Plankstadt: Wie der Sohn des heutigen Eigentümers die Diskussion sieht

Ein Denkmal für Plankstadts Niedergang

Meine Großeltern, Karl und Magda Treiber, haben den "Adler" von den Nachkriegsjahren bis zum Jahr 1980 betrieben. Praktisch jede Familienfeier und jede Prunksitzung des PCC fand hier ihre Räumlichkeiten. Der jährliche Umzug meines Großvaters und seiner Belegschaft durch die Straßen unter dem Motto "Dem Adlerwirt sei Gäns" ist bis heute unvergessen.

 

Holocaust-Gedenktag: Zur Rede von Marcel Reich-Ranicki

Warum dieser Judenhass?

Im Bundestag war es lange Zeit still, was eine tiefe Betroffenheit widerspiegelte: Der 91-jährige Jude Marcel Reich-Ranicki hatte dort am Holocaust-Gedenktag als Zeitzeuge das grausame Geschehen aus eigenem Erleben nahe gebracht. Aufgrund einer aktuellen Studie von Experten gab Bundestagspräsident Norbert Lammert weiter, dass auch heute jeder fünfte Bundesbürger latent antisemitisch eingestellt ist. "Dies sind genau 20 Prozent zu viel", schloss er an. Woher kommt das?

 

Finanztransaktionssteuer: Spekulanten profitieren dabei

FDP als Schutzpatronin

Wenn die FDP bei der Einführung einer Finanztransaktionssteuer auf die Bremse tritt, ist sie Argumenten nicht zugänglich und beratungsresistent. In einem vor kurzem veröffentlichen Leserbrief wurde anhand von drei Punkten ihre ablehnende Haltung begründet. Hier meine Meinung dazu:

 

Mainz bleibt Mainz, auch wenn Politiker weiter hinten sitzen

Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Was ist Mut? Verschiedene Antworten kann es auf diese Frage geben. Eine Möglichkeit fiel mir jetzt aber ein.

 

ÖPNV: Pendler berichten von Verspätungen, Zugausfällen und beim Busverkehr des BRN gar von einer verfrühten Abfahrt

Ein Hoch auf den Nahverkehr . . .

Den aktuellen Berichten in der Zeitungsausgabe vom 28. Januar kann ich nur zum Teil zustimmen. Neben den bekannten Verspätungen und den überfüllten Zügen und Bussen fahren viele Busse auch überpünktlich. So wie ich es diese Woche am 31. Januar am Hockenheimer Bahnhof zum wiederholten Male erlebt habe.

 

Schlachtfest der Freien Wähler: Vom nicht ausgehändigten Schlachtplatten-Bon und dem Umgang miteinander

Rauer Ton bei der Einlasskontrolle

Was mir meine Eltern heute mit Tränen in den Augen berichteten, veranlasst mich zum ersten Mal in meinem Leben, einen Leserbrief zu schreiben. Meine Eltern sind beide über 80. Mit ihrer kleinen Rente können sie keine großen Sprünge machen. Am vergangenen Samstag wollten sie deshalb nur zum Kaffee auf das Schlachtfest der FWV. Jedoch wurden sie dazu nicht eingelassen. Sie sollten beide je 11 Euro fürs Essen zahlen. Beide hatten extra, um zu sparen, zu Hause gegessen.

 

Wen wundert die Explosion noch?

Wenn wundert's eigentlich noch, warum die Krankheitskosten so explodieren, die Zuzahlungen stetig steigen und bald für Otto Normalverbraucher nicht mehr bezahlbar sind! Bei diesen utopischen Jahresgehältern von 200 000 Euro und mehr in den Chefetagen der Kassenärztlichen Vereinigungen sowie in der KBV - hier will Ärztechef A. Köhler sein Gehalt sogar um 90 000 auf 350 000 Euro aufstocken - ist dies höchst verständlich und gilt für mich als unanständig.

 

Wenn der Enderle mal wieder wettert

Nun musste in der Prunksitzung der Narhalla in Ketsch auch noch unser von allen verehrter Dorfheld Enderle der Fasnacht seinen Tribut zollen. Er "fletscht die Zähne" und wettert gegen die Obrigkeit, weil sie unter anderem "großen Mist" mit der Errichtung des Friedhofkreisels verzapfte. Schade ist, dass unser Enderle scheinbar nur die nächtens den Kreisel nutzenden Autos zählt, wenn "seine Bürger" schlafen. Er hätte auch schon mal tagsüber zählen sollen.

 

Leserbriefe geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich sinnwahrende Kürzungen vor, um möglichst vielen Lesern die Gelegenheit zu geben, ihre Meinung darzulegen. Nicht alle Zuschriften können veröffentlicht werden. Vielschreiber bitten wir um Verständnis, dass wir sie nicht ständig drucken. So genannte "offene Briefe" und solche mit beleidigenden Formulierungen werden nicht berücksichtigt. Leider können wir Leserbriefe weder zurücksenden noch beantworten.

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