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Für dieses Wochenende (9./10. Januar) sind in Deutschland erneut Schneefälle vorhergesagt. Der Automobilclub ACE erinnerte am Freitag daran, dass Räum- und Streufahrzeuge im Winter grundsätzlich Vorfahrt haben. Sie dürfen zu jeder Zeit auf jeder Straßenseite in jede Richtung fahren. Auch mit einer möglichen Überbreite der Winterdienstfahrzeuge sollten andere Verkehrsteilnehmer rechnen. Für Schäden durch hochgeschleuderten Splitt von vorausfahrenden Fahrzeugen haftet laut ACE niemand. Deshalb sei es wichtig, zu Räumfahrzeugen genug Abstand zu halten.
Nicht im Wagen bleiben sollten angesichts der Minusgrade überall in Deutschland die Mobiltelefone. Es sei generell nicht ratsam, Handys länger als nötig der Kälte auszusetzen, erläuterte das Informationszentrum Mobilfunk (IZMF) in Berlin. Zum Beispiel ist es möglich, dass sich im Gehäuse Kondenswasser bildet, wenn das Gerät nach längerer Zeit in der Kälte wieder ins Warme kommt. "Das könnte dem Handy schaden", warnte IZMF-Sprecherin Una Großmann. Hinzu komme, dass sich der Akku bei niedrigen Temperaturen sehr schnell entlädt.
Keine Sorgen machen müssen sich dagegen Fahrer von Dieselautos: An den Tankstellen ist nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbands derzeit nur Winterdiesel zu haben, der bis minus 20 Grad flüssig bleibt. Die Norm DIN/EN 590 schreibe vor, dass Tankstellen vom 16. November bis 28. Februar nur solchen Diesel verkaufen dürfen. "Die Tankstellen müssen diese Werte einhalten, sonst droht ihnen ein Bußgeld", sagte eine Verbandssprecherin dem dpa-Themendienst. Der Winterdiesel enthält Additive, die ein Ausflocken verhindern. Ohne den Zusatz würden sich in den Kraftstoffleitungen Paraffinkristalle bilden, die den Spritfilter verstopfen. Der Motor bekommt dann keinen Kraftstoff. Bei Benzinmotoren gibt es dieses Problem nicht.
Wichtig ist es für Autofahrer außerdem, ihre Scheiben vor dem Start gründlich von Schnee und Eis zu befreien. Wer dagegen nur ein kleines Guckloch in die Scheibe kratzt und erwischt wird, muss mit einem Verwarnungsgeld von mindestens 10 Euro rechnen. "Wenn es dadurch zu einem Unfall kommt, droht Mithaftung. Das kann dann sehr, sehr teuer werden", warnte ADAC-Sprecher Christian Buric am Freitag in München. 40 Euro und zusätzlich noch ein Punkt in Flensburg drohten Autofahrern, die mangels Durchblick den Verkehr behindern.
Wer losfährt und trotz aller Vorsichtsmaßnahmen mit dem Auto im Schnee steckenbleibt, kann mit vorsichtigem "Freischaukeln" seinen Wagen wieder flott bekommen, erläuterte Maximilian Maurer vom ADAC. Dabei wechselt der Fahrer in schneller Folge von Vorwärts- auf Rückwärtsfahrt, um Schwung aufzunehmen. Mit etwas Glück gehe es dann auch über eine kleine Schneewehe hinweg. Vorher sollte allerdings der Platz vor den Rädern so gut es geht freigeschaufelt werden. Die Antriebsräder bekommen auf rutschigem Untergrund außerdem mehr Grip, wenn der Fahrer zum Beispiel Fußmatten oder Pappe als Anfahrhilfen unterschiebt. Den gleichen Effekt hat es, wenn vor den Rädern Sand gestreut wird. Keinen Zweck haben die Bemühungen jedoch, wenn größere Strecken von Schneeverwehungen betroffen sind. Dann ist es laut Maurer besser, auf den Räumdienst zu warten. Wichtig ist es, im Fahrzeug oder in der Nähe des Wagens zu bleiben - damit der Fahrer gleich da ist, falls sein Auto dem Schneepflug die Strecke blockiert.
08. Januar 2010
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