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Sonntag, 26.05.2013

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Leserreise Jordanien 30.03. - 06.04.2011

Was haben der römische Kaiser Hadrian, der Prophet Moses und Lawrence von Arabien gemeinsam? Sie sind alle durch Jordanien gezogen, genau wie viele andere historische Persönlichkeiten, deren Reiserouten jetzt Abenteuerlustige und Aktivurlauber aus der ganzen Welt ins Land locken (Zitat).

Und so ließen auch wir uns locken von einem Land mit steilen Schluchten und erhabenen Weiten, ein Land in dem die Geschichte der Zivilisation ihre Spuren hinterlassen hat und eine Gastfreundschaft noch genauso wie vor tausend Jahren zelebriert wird. Aqaba - Amman - Al Karak - Königstraße - Madaba

Die Königstraße als älteste Straße des vorderen Orients benutzten bereits Nabatäer, Griechen, Kreuzritter und Könige. Die Römer bauten sie aus. Vor uns lag das Wadi Mujib, der Grand Canyon Jordaniens. Über 1.900 Höhenmeter verlief eine gut ausgebaute und asphaltierte Serpentienenstraße bis hin zur Kreuzritterburg Al Karak. Diese großartige Kreuzfahrerburg aus dem 12. Jahrhundert am Südende des Toten Meeres thront auf einem Bergrücken. Die Ruinen stehen auf einem uneinnehmbaren Schanzwerk, das in den Hang gebaut wurde und so der mittelalterlichen Artillerie ungehinderte Schussweite über das ganze Tal bot. Die Fahrt führte uns weiter durch das Arnontal mit dem riesigen Stauseedamm und dem Valatal bis nach Madaba. Das Madaba-Mosaik ist die älteste im Original erhaltene kartografische Darstellung des sogenannten Heiligen Landes und insbesondere Jerusalem und Teil eines Mosaiks der St. Georgskirche. Die St. Georgskirche stammt aus dem mittleren 6. Jahrhundert nach Christi. Um Quais und Jerash (Gerasa)

Wir erreichen Umm Qays. Das Dorf liegt in der Nordwestecke Jordaniens, an der Stelle der antiken Stadt Gadara. Vom Plateau über dem Jordantal reicht der Blick nach Nordwesten über die israelische Grenze zum See Genezaret bis hin zu den Golan-Höhen.

Irbid ist die drittgrösste Stadt Jordaniens und liegt rund 85 Kilometer von der Hauptstadt Amman entfernt. Archäologische Funde haben ergeben, dass hier schon in der Bronzezeit Menschen siedelten. In Jordanien ist Irbid besonders als Universitätsstadt bekannt und in dieser Rolle hat Irbid auch international einen hervorragenden Ruf. In vielen Teilen konnte die Stadt das Flair der arabischen Provinzstadt erhalten. Überall sehen wir Moscheen und hören die Rufe des Muezzin.

Die Fahrt führte uns nach Jerash in den Norden des Haschemitischen Königreiches, eine uralte Stadt der Römer. Diese antike Stadt blickt auf eine lückenlose Geschichte menschlicher Besiedlung über mehr als 6.500 Jahre zurück. Nachdem die Stadt Jahrhunderte lang unter dem Wüstensand begraben war, wurde sie in den letzten 70 Jahren freigelegt und restauriert. Jerash ist ein großartiges Beispiel für die groß angelegten, römischen Provinzsiedlungen, die über den gesamten Nahen Osten verstreut sind. Hier sieht man gepflasterte und von Kolonnaden gesäumte Straßen, auf Hügeln thronende Tempel, stattliche Theater, großflächige öffentliche Plätze, Badehäuser, Brunnen und mit Türmen und Toren versehene Stadtmauern. Heute ist sie als eine der am besten erhaltenen römischen Provinzstädte der Welt anerkannt Wüstenschlösser, Omayyaden-Schlösser: Amra - Al-Azraq - Al-Kharana

Diese bescheidenen Gebäude aus dem 18. Jahrhundert sind gerade wegen des fehlenden Pomps kleine Juwelen. So haben hier Wandmalereien aus der Frühzeit des Islams überdauert, von denen sogar nackte Frauen abgebildet sind. Die aus Damaskus stammenden Omayyaden-Herrscher hielten in diesen Schlössern Hof. Sie schlichteten Rechtsstreite und pflegten die Beziehungen zu den lokalen Beduinenstämmen, die ihre Machtbasis waren. Doch die Herbergen dienten wahrscheinlich auch als Lustschlösser. Amman - Berg Nebo - Totes Meer

Amman ist die Hauptstadt Jordaniens und der kulturelle und wirtschaftliche Mittelpunkt dieses Landes. Sie ist eine moderne Stadt, in der Muslime und Christen zusammen leben. Die heutige Finanzmetropole begann erst nach der Staatsgründung Israel infolge der Flüchtlingsströme aus dem Westjordanland zu einer Großstadt zu wachsen. Einer der höchsten Punkte Ammans ist ein Hügel mit frühen Festungsanlagen, der heute Ort zahlreicher Ausgrabungsprojekte ist. Spuren der neolithischen Periode, der hellenistischen wie auch der späteren römischen und islamischen Zeit werden hier von Archäologen gesichert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dieser Hügel ist als die Zitadelle bekannt und umfasst viele Bauwerke wie etwa den Herkulestempel, den Omaijadenpalast und eine byzantinische Kirche.

Nach christlicher Überlieferung liegt der Berg Nebo als Felsausläufer eines Plateaus der Jordan-Senke südwestlich vom heutigen Amman. Moses soll nach der erfolgreichen Ausreise aus Ägypten und dem Empfang der 10 Gebote von diesem 840 Meter hohen Gipfel aus das Gelobte Land erblickt haben. Moses starb hochbetagt auf dem Berg Nebo. Seine Grabstätte im Tal Moab allerdings ist unbekannt.

Das Tote Meer bildet einen abflusslosen und rund 800qkm großen Salzsee, der als Endsee in einer Senke liegt. Der Wasserspiegel liegt durch seine fortschreitende Austrocknung bereits seit einigen Jahren unter 400 m unter dem Meeresspiegel. Neuere Angaben nennen bereits mehr als 420 m unter dem Meeresspiegel als Seespiegelhöhe. Das Ufer des Sees bildet damit den am tiefsten gelegenen nicht von Wasser oder Eis bedeckten Bereich der Erde. Damit ist das Tote Meer der am tiefsten gelegene See der Erde. Das Tote Meer hat keinen Abfluss. Durch das trockene Wüstenklima verdunstet das Wasser, wobei Mineralien, Salze und anderes zurückbleiben und sich im Toten Meer anreichern. Durch den Zufluss von Wasser aus dem Jordan und den Entzug von Wasser durch die Verdunstung pegelt sich die Höhe des Wasserspiegels ein.

Bedeutend für die Region ist auch der Badetourismus. Aufgrund des rund 30 Prozent hohen Salzgehaltes, der fast das Zehnfache dessen anderer Meere beträgt, und der damit verbundenen hohen Massendichte trägt das Wasser den menschlichen Körper außergewöhnlich gut. Das Salz verursacht jedoch schon an kleinsten Hautverletzungen brennenden Schmerz. Am Ufer sind die Salzverkrustungen oft scharfkantig. Sehr unangenehm, wenn auch nicht gesundheitsschädlich, ist das Meerwasser in den Augen. Lebensgefährlich hingegen ist es, wenn auch nur eine kleine Menge des Wassers in die Lunge gerät. Gleichzeitig besitzen die Mineralien des Toten Meeres eine heilende Wirkung bei Hautkrankheiten. Petra

In der Antike schützten die Nabatäer ihre Hauptstadt Petra in den rosaroten Felsen hinter einer gigantischen Schlucht, dem 1,3 Kilometer langen Siq. Diese scheint wie ein Riss in den Bergen, eine Laune der Natur. Am Ende der Schlucht schält sich aus dem Felsen das 40 Meter hohe und 25 Meter breite Schatzhaus - Khazne al-Firaun. Das Bauwerk entstand im 1. Jahrhundert vor Christi als Grabmal für einen nabatäischen König. Wegen ihrer Grabtempel, deren Monumentalfassaden direkt aus dem Fels gemeißelt wurden, gilt Petra als einzigartiges Kulturdenkmal und wurde bereits im Jahr 1985 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Petra hat darüber hinaus noch weitere rund 3.000 Höhlen zu bieten. Einige davon liegen hoch oben in den Felsen. Der Opferplatz beispielsweise ist über rund 800 Stufen erreichbar. Wem die Wege per Pedes zu beschwerlich sind, dem bietet sich die Gelegenheit, sie auf dem Rücken eines Pferdes oder Kameles zurückzulegen. Wadi Rum - Auf den Spuren von Lawrence von Arabien

Die Berge der Nabatäeer verschwinden hinter den ewigen Windungen von Jordaniens trockenem Süden. Der Königsweg schiebt sich bis in die Wüste ins Wadi Rum. Das Wadi Rum ist ein Wüstental nahe der Grenze zu Saudi-Arabien, eingeschlossen von parallelen, sich steil auftürmenden Felswänden aus buntem Sandstein. Wegen seiner Kraterlandschaft wird es auch "Tal des Mondes" genannt. Im Wadi herrscht das charakteristische Wüstenklima. Der Sommer bringt heiße Tage und kühle Nächte. Sobald die Sonne untergeht, strahlen die Felswände in gelben und roten Leuchtfarben. Wadi Rum ist hauptsächlich von gastfreundlichen Beduinen bewohnt. Sie servieren gerne ihren gesüßten heißen Tee oder Kaffee und bereiten auf dem offenen Feuer ihre traditionellen Speisen zu.

Am leichtesten lässt sich die Wüstenlandschaft mit dem Geländewagen erkunden. Viel unterhaltsamer ist jedoch ein Ritt auf dem Kamel. Die Wüstenschiffe transportieren schon seit über 5.000 Jahren Menschen oder Lasten durch die Wüste. Sie sind sehr ausdauernd und kommen tagelang ohne Wasser aus. Reisebericht und Fotos: Dieter Wetterauer

Mittwoch, 27.04.2011
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