Frankfurt.
Wegen der zunehmenden Gewalt gegen Bundespolizisten setzt sich die Gewerkschaft der Polizei (GdP) für ein Alkoholverbot in Zügen und Bahnhöfen ein. "Wir sorgen uns um die Gesundheit der Kollegen", sagte der Chef der Gewerkschaft für die Bundespolizei, Josef Scheuring, gestern in Frankfurt. "Aus dem Hinterhalt werden Gegenstände geworfen, aus einfahrenden Zügen fliegen Flaschen", beschrieb sein Kollege Roland Voss aus Koblenz die Situation.
Zahl der Übergriffe gestiegen
2011 registrierte die Bundespolizei 1377 Angriffe auf Beamte und damit 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Vor allem mit Faustschlägen und Fußtritten hätten die überwiegend männlichen Angreifer Polizisten verletzt, sagte Scheuring. In 23 Fällen seien sogar Schusswaffen im Spiel gewesen. Gut die Hälfte aller Angriffe auf Beamte im vergangenen Jahr seien unter Alkoholeinfluss geschehen. Ein Alkoholverbot setze deshalb auch ein Zeichen gegen Gewalt, betonte Scheuring.
Bereits 2009 hat die private Eisenbahngesellschaft Metronom in Niedersachsen ein Alkoholverbot in ihren Zügen ausgesprochen. Seit 2011 darf in Bussen und Bahnen innerhalb Hamburgs kein Alkohol mehr getrunken werden. imo/lhe