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Schwetzinger Festspiele: Yuja Wang triumphiert

Der Teufel trägt Prada

Archiv-Artikel vom Mittwoch, den 09.06.2010

Von unserem Redaktionsmitglied Stefan M. Dettlinger

Kann man so Klavierspielen, ich meine: so virtuos, so feingliedrig, so übermenschlich ausgewogen, so kultiviert, musikalisch und perfekt? Kann man nicht! Aber kann man so Klavierspielen und so aussehen? Also so frisch, jung, modisch und adrett wie diese Frau, so, fast möchte man sagen: wie eben erst aus dem Film "Der Teufel trägt Prada" ausgeschnitten und in den Jagdsaal des Schwetzinger Schlosses an den Steinway gepflanzt - das ist dann schon der Gipfel der Unverschämtheit.

Hören und Sehen vergeht

Eines ist klar: In Yuja Wang hat die Welt eine absolute Ausnahmepianistin gefunden, mindestens in der künstlerischen Gewichtsklasse von jungen Starakrobaten wie Lang Lang, Rafal Blechacz oder Yundi Li. Wangs Schwetzinger Debüt ist ein einziger Triumph, der sich von ihrem messerscharfen Scarlatti (K 380, 427, 87, 455), über den feingliedrigen und duftenden Skrjabin und Liszts transzendente Schubert-Bearbeitungen bis hin zu Prokofjews 6. Klaviersonate hinzieht, die sie fulminant kräftig, alle Pole bis hin zur Brachialmaschinerie auslotend in den Äther feuert, dass einem Hören und Sehen vergeht. Gerade Prokofjew ist hoch einzuschätzen, weil er nicht nur klanglich äußerst schwierig darzustellen, sondern musikalisch auch schwer zu begreifen ist - zumal im überakustischen Jagdsaal.

Das Verrückte: Sie findet für jeden Komponisten einen eigenen Zugang und bleibt mitnichten wie viele Virtuosen an der Oberfläche hängen. Nein, Wang ist keine Zirkuspianistin (obwohl sie das auch kann, wie sie in der dritten Zugabe, der "Tritsch-Tratsch-Polka" von Strauß-Cziffra, eindrucksvoll unter Beweis stellt). Sie ist eine ernste und ernst zu nehmende Person, was man schon bei ihrem Gang auf die Bühne bemerkt, die sie auf hohen Sohlen in sich versunken und konzentriert betritt. "In Ehrfurcht vor der Größe, Schönheit und Vielfalt des Schwetzinger Schlossgartens", schreibt Yuja Wang nach dem Konzert in ihr Internet-Journal. Auch wir verneigen uns in Ehrfurcht - aber vor dieser außerordentlichen Pianistin, Frau und Künstlerin, die einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat. Wie sonst könnte sie so spielen!

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 09.06.2010
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