Der Erfolg eines Museums wird (auch) an seinen Besucherzahlen gemessen. Berauschend sind die der Kunsthalle seit Jahren nicht, eher solide, auch wenn Ulrike Lorenz sie in ihrer Amtszeit gesteigert hat. Aber von den 250 000 Menschen, auf die ihr Neubau 2017 angelegt wird, ist der derzeitige Stand weit entfernt.
Bilden und bewahren, das sind die Kernaufgaben des Museums. Und es ist klug, die Zeit des Aufbruchs auch für Projekte der Dokumentation zu nutzen: für eine Erarbeitung der Sammlung durch die Schau "Nur Skulptur" und durch Publikationen. Die Wissensvermittlung dürfte bei zwei so wichtigen Malern wie Otto Dix und Max Beckmann zudem nicht zu kurz kommen. Beide sind Schlüsselfiguren der Klassischen Moderne. Nur: Ein Garant für einen Publikumserfolg ist das nicht. Denn in den vergangenen Jahren hat es zuletzt bereits einige Ausstellungen über sie gegeben: 2011 gleich zwei über Beckmann in Basel und Frankfurt, die jüngste über Dix läuft sogar noch, in Stuttgart und mit einem Schwerpunkt, der eigentlich Mannheim vorbehalten wäre: in Hinblick auf die Kunst der Neuen Sachlichkeit, deren Begriff in der Kunsthalle erfunden wurde.
Bilden und bewahren sind die Hauptaufgaben eines Museums. Beidem dürfte das Haus 2013 nachkommen. Aber es wird zeigen müssen, dass sich zu diesen Kernpunkten noch mehr gesellt: Beherztheit und Bürgernähe - für mehr Begeisterung.