Warum ist es am Rhein so schön? Eineinhalb Wochen lang im Jahr auch eines Filmfestivals in Ludwigshafen wegen. Die kühne Idee, auf einer Insel, in Zelten wie zur Anfangszeit des Kinos, ein buntes Publikum anzulocken, entfaltet eine noch immer weiter wachsende Breitenwirkung. Es sei schon fast zu trubelig geworden, meinen manche jetzt. Grenzen setzen irgendwann auch die natürlichen Voraussetzungen. Sie sind aber wohl noch nicht erreicht. Und solange das Ambiente und das Filmangebot attraktiv bleiben, nimmt man es dankbar zu Kenntnis.
Warum hier auch solche Filme viele Zuschauer finden, die im Kino kaum nachgefragt oder im Fernsehen fast ungesehen versendet werden, hängt wohl ebenso mit der deutschen Kino- und Fernsehbranche zusammen wie mit dem Phänomen des Festivals an sich: Nicht nur dieses vermag die kulturelle Attraktivität als solche zu steigern. Sein landschaftlicher Reiz ist kein Verdienst der Veranstalter, die Ergänzung des filmischen Angebots durch Gespräche und Begegnungen mit Filmschaffenden aber schon. Dass und wie hier Film begreifbar wird und ein wichtiger Beitrag zu seiner Vermittlung entstanden ist, müsste die sich um Bedeutung und Auskommen sorgende Kino- und Fernsehbranche nachdenklich stimmen.
Ein Phänomen ist die Veranstaltung auch deshalb, weil sie steigende Zuschauerzahlen nicht mit einem ständig weiter wachsenden Angebot erzielt. Der Vorwurf, sich zum Nachteil der ganzjährigen Kultur zu etablieren, der das Publikum abgeworben werde, ist hier deshalb weniger zu erheben. Mit seinem Profil und Charakter hat dieses Festival der Metropolregion Rhein-Neckar gerade noch gefehlt. Und die zahlreichen Gäste aus der Film- und Fernsehbranche belegen, dass es auch dem deutschen Film insgesamt gut tut.