Gut Ding will Weile haben. Vielleicht haben die Konkurrenten in Sachen Suhrkamp ja schlicht noch nicht genügend Zeit gehabt, um sich darüber klarzuwerden, was für sie selbst, den Verlag und damit für die Kultur dieses Landes auf dem Spiel steht. Das bisherige Beharren auf anscheinend oder nur scheinbar unversöhnlichen Standpunkten lässt diese Vermutung durchaus zu. Nun verschafft ihnen das Frankfurter Landgericht eben jene Zeit zum Nachdenken, die sich Ulla Unseld-Berkéwicz und Hans Barlach gegenseitig nicht mehr zuzugestehen bereit waren. Ob angesichts der verfahrenen Lage eine einvernehmliche Lösung noch möglich erscheint?
Die Parteien wären gut beraten, es noch einmal miteinander zu versuchen. Bis September bleibt Zeit. Da bis dahin vieles grundsätzlich und auf Dauer zu regeln wäre - die Frage der Geschäftsführung und die Kriterien, woran sich deren Erfolg bemisst, ebenso eingeschlossen wie auch die Eigentumsfrage insgesamt - , scheint die Zeitspanne nicht lang. Sicher dürfte sein, dass sie besser durch Gespräche miteinander oder zwischen Interessenvertretern zu füllen wäre als wie bisher durch solche übereinander in diversen Interviews.