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Berufe am Nationaltheater: Die Generalintendanz ist für das ganze Haus verantwortlich / Referentin liefert Unterstützung

Ein voller Terminkalender

Von unserem Redaktionsmitglied Kathrin Miedniak

Lutz Wengler hat zurzeit die Funktionen der erkrankten Generalintendantin Regula Gerber inne, seine Referentin Julia Kleemann hält ihm dabei den Rücken frei.

© Tröster/Merdes

Was wird in der nächsten Spielzeit am Nationaltheater (NTM) inszeniert? Wie hoch ist der Etat? Und wie sollen die neuen Stühle für den Chor aussehen? Antworten auf solche Fragen zu finden, ist die Aufgabe des Intendanten. Oder zumindest der Abteilung Intendanz. Die Suche nach den passenden Chorstühlen hat die Referentin des Generalintendanten, Julia Kleemann, koordiniert. Viele andere Dinge erledigt Lutz Wengler, der die krankgeschriebene Regula Gerber als Generalintendant vertritt, selbst. Doch was genau sind "viele andere Dinge" eigentlich?

Was sind die Aufgaben eines Generalintendanten?

Bei dem momentan noch im NTM geltenden Modell (derzeit denkt ein Team über neue Formen der Führung nach) leitet der Generalintendant den gesamten Theaterbetrieb. Er ist für das große Ganze verantwortlich und hat daher alle künstlerischen, wirtschaftlichen und verwaltungstechnischen Abläufe im Blick. Außerdem legt er die politische Positionierung des Hauses fest. Die Spartendirektoren, also der Leiter der Technischen Direktion, die Generalmusik-, Schauspiel-, Schnawwl-, Opern- und Ballettdirektion, sind dem Intendanten direkt unterstellt, arbeiten aber künstlerisch autark.

Wie wird man Intendant?

"Die Wege am Theater sind oft verschlungen", sagt Wengler. Er selbst hat BWL und Musik mit Hauptfach Gesang studiert. Anstatt Sänger zu werden, begann er als Regieassistent in Wuppertal, bevor er als Assistent und Referent des Operndirektors nach Mannheim wechselte. Dann bot Regula Gerber ihm an, ihr Stellvertreter zu werden. "Ich habe nicht einen Moment gezögert."

Was muss ein Intendant können?

Außer einem abgeschlossenen Studium braucht ein Intendant neben ökonomischen, verwaltungstechnischen und repräsentativen Kenntnissen und Qualitäten auch einen künstlerischen Riecher. Damit allein ist es nicht getan. Als Chef eines so großen Hauses wie des Nationaltheaters muss sich der Generalintendant vor allem durchsetzen können und ein Meister der Kommunikation nach innen wie nach außen sein.

Wie sieht ein Arbeitstag aus?

Auch für den Intendanten gilt, was für viele seiner insgesamt 650 Mitarbeiter im ganzen NTM zutrifft: Kein Tag ist wie der andere. Nur eines ist gleich: Sein Terminkalender ist jeden Tag voll. Neben Besprechungen mit der Verwaltung oder den Spartendirektoren muss dabei immer noch Platz sein, um aktuelle Probleme lösen zu können. Wenn Lutz Wengler Zeit hat, geht er gerne durch das Haus, um mit den Mitarbeitern zu sprechen. "Für mich ist wichtig, als Generalintendant nicht nur bei Veranstaltungen für unser Publikum, sondern auch im Haus für die Mitarbeiter ansprechbar zu sein", sagt er. Bewältigen kann Wengler solche Arbeitstage nur, indem er in Phasen plant, in denen strategische Fragestellungen angegangen werden.

Worauf liegt der Fokus?

"Die inhaltliche Arbeit ist wichtiger geworden", sagt Lutz Wengler. Die Verpflichtung von Künstlern hat sich genauso verändert wie die Wahrnehmung des Theaters beim Publikum. Ein Generalintendant hat darum heute mehr als früher damit zu tun, Gelder über die Zuschüsse von Stadt und Land hinaus für das Haus zu bekommen, um Neuerungen, wie die "Junge Oper" zu ermöglichen.

Wer gehört noch zur Abteilung "Intendanz"?

Außer Assistentin Judith Erdmann hilft Referentin Julia Kleemann dem kommissarischen Intendanten bei der Bewältigung seiner Aufgaben. Kleemann hat selbst Theater-, Musik- und Betriebswirtschaft studiert, vor fünf Jahren als Volontärin in der Marketingabteilung des NTM angefangen und gesteht, "absolut theater-infiziert" zu sein. Seit einem Jahr arbeitet sie als Referentin des Intendanten. Während Assistentin Erdmann das Sekretariat der Intendanz führt, koordiniert Kleemann Projekte, schreibt Texte für Informationsvorlagen und verbringt viel Zeit in Besprechungen. Langweilig werde ihr dabei nie, sagt die Referentin: "Es ist mein totaler Traumjob, weil ich das Vielfältige mag und weil ich das, was auf der Bühne läuft, verstehe." Hintergrundwissen über das Theaterleben sei im Übrigen nicht nur für die Referentin des Intendanten wichtig, sagt Kleemann, sondern auch für den Leiter des Betriebs: "Man muss das Haus verstehen, um es führen zu können."

© Mannheimer Morgen, Freitag, 07.09.2012
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