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Festival: Heute Abend werden in Berlin die 63. Internationalen Filmfestspiele eröffnet / Frankreich ist nicht nur im Wettbewerb stark

Filme, Stars und Diskussionen

Von unserem Redaktionsmitglied Thomas Groß

Das Plakat weist den Weg am Potsdamer Platz, wo sich bis 17. Februar (fast) alles um die Berlinale dreht.

© dpa

Das Statement des Kulturstaatsministers Bernd Neumann kam rechtzeitig und so absehbar wie das Ereignis selbst, auf das es sich bezieht. Die Internationalen Filmfestspiele Berlin, die heute Abend offiziell eröffnet werden, bringen seit 1951 alljährlich die Filmkunst dieser Welt an die Spree und seit über drei Jahrzehnten wenigstens in die Festivalkinos Licht und Wärme, während draußen die dunkle Jahreszeit mit entsprechenden Temperaturen regiert. Anfangs hatte man auch in Berlin den Sommer als Festspielzeit bevorzugt.

Neumann bescheinigt der Berlinale jetzt, ein "Leuchtturm" zu sein, tatsächlich ist sie das größte Kulturevent der Republik. Das Programm umfasst mehr als 400 Filme, über 300 000 Karten wollen die Verantwortlichen auch dieses Jahr verkaufen. Da außerdem knapp 20 000 Fachbesucher, darunter 4000 Journalisten, in die Kinos strömen, dürfte man insgesamt wieder gut über 400 000 Kinobesuche bis zum Abschluss am 17. Februar registrieren.

Cannes hat die Nase vorn

Die 63. Internationalen Filmfestspiele Berlin beginnen heute und gehen bis zum 17. Februar. Die Preisverleihung findet am Samstagabend, 16. Februar, statt.

Die Berlinale ist das größte deutsche Kulturevent und größte Publikumsfestival der Welt. Der Etat liegt bei ca. 21 Millionen Euro, der Bund schießt 6,5 Millionen Euro zu, der Rest wird durch Kartenverkäufe und durch Sponsoren gedeckt.

400 Filme werden im offiziellen Programm gezeigt, über 400 000 Kinobesucher erwartet. Allein die Zahl der Fachbesucher beträgt 20 000. tog

Die Berlinale bleibt das größte Publikumsfestival der Welt - und der Bundeszuschuss von 6,5 Millionen Euro bestehen, wie Neumann versichert. Dennoch verblasst der nationale Glanz ein wenig, legt man den Weltmaßstab an. Unter den großen Drei - Berlin, Venedig und Cannes - hat das französische Mittelmeerfestival schon länger die Nase vorn. Als Filmmarkt ist es viel wichtiger, und mit größter Wahrscheinlichkeit wird es auch dieses Jahr mit einem gewichtigeren Programm auftrumpfen.

Blickt man auf das Herzstück der Berlinale, den Wettbewerb, aus dem die Jury die Träger der Hauptpreise, den Goldenen und die Silbernen Bären, auswählt, sieht man keinen Anlass, um mit dem Gegenteil zu rechnen. Renommierte Filmautoren wie Giuseppe Tornatore, Michael Winterbottom und Ken Loach finden sich nicht dort, sondern in der "Spezialreihe", die regelmäßig keine Weltpremieren bietet, sondern Filme umfasst, die kurz vor dem deutschen Kinostart stehen und es erlauben, Weltstars auf die Gästeliste zu setzen. Der nicht gerade höchste Kinokunst versprechende Musicalfilm "Les Misérables" etwa findet sich ebenfalls in dieser Reihe.

Der von Berlinale-Direktor Dieter Kosslick bislang so verdienstvoll gepflegte deutsche Film hat im Wettbewerb ebenfalls keinen allzu starken Auftritt. Allein Thomas Arslan, ein weiterer Vertreter der "Berliner Schule", vertritt ihn mit "Gold", einer Geschichte, die zu Zeiten des kanadischen Goldrauschs spielt. Der Österreicher Ulrich Seidl zeigt den dritten Teil seiner "Paradies"-Trilogie. Gewohnt starke Auftritte haben die Filmländer USA und Frankreich mit je drei Wettbewerbsbeiträgen, darunter neue Filme von Steven Soderbergh ("Side Effects") und Gus Van Sant ("Promised Land"). Als Referenz an die eigene Tradition mag gelten, dass auch Filme aus Osteuropa gut vertreten sind. Ein politisches Ausrufezeichen setzt das Festival, indem es einen neuen Film des in seiner iranischen Heimat mit Reise- und Arbeitsverbot belegten Regisseurs Jafar Panahi zeigt.

Außer Konkurrenz laufen der Eröffnungsfilm "The Grandmaster" vom diesjährigen Jury-Präsidenten Wong Kar-Wai, zudem etwa die Pascal-Mercier-Verfilmung "Nachtzug nach Lissabon" von Bille August und "Before Midnight", eine weitere Fortsetzung des liebenswerten Beziehungsfilms "Before Sunrise" von US-Regisseur Richard Linklater.

Jeder Wettbewerbsbeitrag eines solchen Festivals habe es verdient, in der Jurysitzung ausführlich diskutiert zu werden, hat die Künstlerin, Filmemacherin und Berlinale-Jurorin Shirin Neshat in einem Interview betont. Da neben Wong Kar-Wei und ihr selbst noch weitere Regisseure im Preisgremium sitzen, nicht zuletzt Susanne Bier und Andreas Dresen, dürfte diese Ansicht mehrheitsfähig sein. Ob aber auch das Publikum über die Beiträge so angeregt reden wird, muss angesichts von deren beschränkter Prominenz erst einmal offenbleiben.

Auf dem Roten Teppich findet sich dagegen wieder viel Schauspielprominenz, darunter die französischen Diven Catherine Deneuve, Isabelle Huppert und Juliette Binoche. Aus den USA sind etwa Nicolas Cage, Matt Damon und Anne Hathaway zu Gast, außerdem haben Jude Law oder Jeremy Irons ihren Besuch zugesagt. Die heutige Eröffnung wird wie gewohnt vor allem von deutscher Schauspiel- und auch Politprominenz geprägt. Grund zum Feiern haben bestimmt alle reichlich. Und einige werden ihn auch am Samstag, 16. Februar, noch haben, wenn die Bären vergeben werden.

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 07.02.2013
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